Wenn, dann schreibt √ľber meine politische Arbeit…

Ein Blogbeitrag √ľber meine Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Zusammenarbeit mit dem SPIEGEL zum Thema Prostitutionspolitik, die mich desillusioniert h√§tten, wenn ich es nicht schon gewesen w√§re. Er soll demonstrieren, wie ernst man beim SPIEGEL als Mensch mit politischen Meinungen jenseits des Mainstreams genommen wird. Der Artikel, auf den ich mich zentral beziehe, tr√§gt den Titel “Dunkle Phantasien” [SPIEGEL 22/2013, S. 62] und ist von Sven Becker verfa√üt. Er ist wenn, dann kein besonders heller Lichtblick in einer Serie von hoch-tendenzi√∂sen Artikeln, mit denen sich der aktuelle SPIEGEL unter dem Aufmacher “BORDELL DEUTSCHLAND: Wie der Staat Frauenhandel und Prostitution f√∂rdert” als Sprachrohr konservativer Sicherheits- und Repressionsspolitik an vorderste Front stellt.


[Beitrag auf Twitter lesen]

Er interessiere sich f√ľr meine politische Arbeit bei der Piratenpartei und wolle sich deswegen mit mir zu einem Gespr√§ch treffen, schrieb mir Spiegelredakteur Sven Becker bei der ersten Kontaktaufnahme via E-Mail am 4. Dezember des letzten Jahres. Sp√§ter k√∂nne man schauen, was f√ľr einen Artikel man daraus mache. Ich antwortete ihm Folgendes:

Hallo Sven,

im Teampad https://prostitution.piratenpad.de/portal finden sie alle Informationen zu meiner Arbeit bei der Piratenpartei, um sich vorab ein Bild zu machen. Dort sind die Antr√§ge verlinkt, die ich z.T. mit anderen Mitgliedern und Sexarbeitern erarbeitet habe. Es finden sich auch eine umfangreiche Quellensammlung und ein Podcast. Ich bin gerne bereit, mit ihnen √ľber meine Gedanken zur Prostitutionspolitik, die Sexworker-Rights-Bewegung, Diskriminierung von Sexarbeitern, Emanzipation, strukturelle Besonderheiten der Piratenpartei sowie √§hnlich sachbezogene Themen zu sprechen. Ich begreife das als Chance, Argumente anstelle von Vorurteilen in die √∂ffentliche Debatte √ľber Prostitution einzubringen und Einblicke in einen Beruf zu erm√∂glichen, der den meisten Menschen verborgen bleibt.

Was ich nicht liefern m√∂chte, ist eine Geschichte √ľber mich und mein Privatleben. Ich bin nicht bereit, mich zur Projektionsfl√§che jedweder Klischees zu machen. Ich werde keine Fragen zu meiner Person beantworten, die Aspekte jenseits meiner prostitutiven/politischen T√§tigkeit betreffen. Wenn sie sich darauf einlassen k√∂nnen, bin ich gerne bereit, mich mit ihnen an einem Freitag in PBerg oder Mitte auf einen Kaffee zu treffen.

Liebe Gr√ľ√üe,
Carmen.

Er sei mit meinen Bedingungen einverstanden, antwortete er mir am 5. Dezember 2012. Wir verabredeten uns zu einem Kaffee und redeten zwei Stunden und es war eigentlich ganz nett. Sven Becker machte keinen dummen Eindruck und schien sich tats√§chlich f√ľr meine Argumente zu interessieren. Dann passierte lange nichts… Und dann wurde es pl√∂tzlich ganz dolle schnell, sofort, dringend und WICHTIG!!!

Am 21. Mai diesen Jahres schickte mir Sven meine Zitate zur Genehmigung. Zum Gl√ľck ist das im seri√∂sen Journalismus so √ľblich! ¬ęIck habe mir jedacht, bevor ich in einer Frittenbude jobbe, mach‚Äô ich lieber dit hier¬Ľ, gab mich der junge Mann mit den blonden Str√§hnen im Berliner Dialekt wieder. Nachdem ich meine Kinnlade vom Boden aufgesammelt hatte, antwortete ich ihm Folgendes:

Lieber Sven,

oh je, das liest sich ja Springer als ich gehofft hatte. Hatte ich nicht mehrfach betont, dass ich mir einen seri√∂sen Artikel √ľber mein Thema w√ľnsche und keinen √ľber meine Person? Ich hatte dir zugetraut, einen solchen zu verfassen und bin entt√§uscht. Ich werfe dir nichts vor. Es war ein Experiment und Experimente scheitern. Daraus lernt man.

Ich bin inhaltlich mit meinen Zitaten einverstanden, auch wenn ich sicherlich interessantere Dinge als diese in unserem Gespr√§ch ge√§u√üert habe. Aber es behagt mir √ľberhaupt nicht, welches Bild du mit dem Einstiegszitat von mir zeichnest. Berliner Dialekt und “Frittenbude” – habe ich einen so ordin√§ren und ungebildeten Eindruck auf dich gemacht, dass es dir gerechtfertigt erscheint, mich der Welt in dieser Weise zu pr√§sentieren? √úber die Konnotation verschiedener Sprachstile mu√ü ich dich nicht aufkl√§ren, das haben wir beide im Grundstudium gelernt.

Wenn du noch ein gutes Haar an mir lassen willst, zitiere mich wenigstens auf Hochdeutsch! Wenn du mich beeindrucken willst, schreibe einen Artikel √ľber Prostitutionspolitik, die rechtliche und politische Situation von Sexarbeitern, meine politische Arbeit – irgendetwas, das mich als Menschen ernst nimmt und mit einem seri√∂sen Anliegen pr√§sentiert. Was ich hier lese, droht eine Posse √ľber eine schn√∂de Nutte zu werden, die nicht ordentlich sprechen kann. Darauf k√∂nnte ich und kann die Sache, f√ľr die ich k√§mpfe, ebensogut verzichten.

Bitte, tu mir das nicht an!

Liebe Gr√ľ√üe,
Carmen.

Nun, was ist daraus geworden – ein Artikel √ľber Prostitutionspolitik oder belangloser Wisch, den man so (nur in weniger S√§tzen) auch in der BILD-Zeitung h√§tte lesen k√∂nnen? Im aktuellen SPIEGEL 22/2013 kann sich jeder selbst ein Bild machen. “BORDELL DEUTSCHLAND: Wie der Staat Frauenhandel und Prostitution f√∂rdert”, lautet der Aufmacher der Ausgabe, der eigentlich schon klar macht, von welcher Meinung der Leser am Ende √ľberzeugt werden soll. √úber dem Artikel, der angeblich von mir handelt, prangt in gro√üen Lettern das Label: “Dunkle Phantasien”. Wow, das ist kreativ, das hat etwas Verruchtes, Unanst√§ndiges, oder? Genau wie Escort, das ist ja auch so ein bisschen unseri√∂s‚Ķ NOT! Aber halten wir uns nicht damit auf, dass “Dunkle Phantasien” auch der Titel eines billigen Schwartenromans oder Mainstreampornos sein k√∂nnte.

Das Foto: Ich hatte zwei zur Auswahl geschickt und ein anderes pr√§feriert. Aber vermutlich pa√üte dieses, in den T√∂nen rot-schwarz Gehaltene besser ins BILD, √§hem, zum Titel. Das Original, das man sich in meiner Galerie ansehen kann, ist weniger dunkel. Wenigstens hat die Bildredaktion des SPIEGELs mein Dekollet√© ordentlich ausgeleuchtet. So kommen gewi√ü keine Zweifel √ľber die Eigenschaften auf, die mich als Expertin zum Thema Prostitutionspolitik f√ľr das “Sturmgesch√ľtz der Demokratie” auszeichnen und interessant machen.

¬ęDunkle Phrantasien. Eine Prostituierten-Gruppe k√§mpft gegen staatliche Vorschriften ‚Äď unterst√ľtzt von den Piraten.¬Ľ Ich wei√ü jetzt nicht genau, von welcher Gruppe von Prostituierten, die “gegen staatliche Vorschriften” k√§mpft, Sven Becker genau spricht. Aber die erste Gruppe von Prostituierten, von der ich ihm erz√§hlt habe, war die Internationale Sexworker Rights Bewegung, deren zentrale Forderungen die berufliche Anerkennung und Entkriminalisierung der Sexarbeit sind. Eine detailliertere Ausf√ľhrung, was damit konkret gemeint sein k√∂nnte, kann man z.B. im “Br√ľsseler Manifest” [PDF] nachlesen. Die zweite Gruppe, von der ich berichtete, ist das zarte Pfl√§nzchen einer Interessengemeinschaft, die sich derzeit als Sexwork-Deutschland formt. Ich pers√∂nlich hoffe, dass daraus irgendwann einmal ein starker Berufsverband wird, der die Interessen von Sexarbeitern gegen√ľber Staat und Gesellschaft vertritt. So stark, dass wir ernst genommen w√ľrden, ist unsere Bewegung aber derzeit noch nicht. Das macht uns auch der Spiegel unmi√üverst√§ndlich klar: ¬ęNat√ľrlich gibt es auch jene Frauen, die sich entscheiden [‚Ķ] Aber: Es spricht viel daf√ľr, dass sie eine Minderheit sind, allerdings lautstark vertreten von wenigen [‚Ķ].¬Ľ [SPIEGEL 22/2013, S. 63] Nun gut!

Und die PIRATEN – wen oder was unterst√ľtzen sie? Auf ihrem Bundesparteitag in Neumarkt am 11. Mai 2013 hat die versammelte Piratenbasis mit √ľberw√§ltigender Mehrheit dem Programmantrag “St√§rkung der Rechte Prostituierter” zugestimmt. Ja, den Text habe ich ausgearbeitet – als Sexarbeiterin und Piratin, mit Unterst√ľtzung Gleichgesinnter. Es macht mich stolz, dass er alle demokratischen Instanzen der innerparteilichen Willensbildung ordentlich und erfolgreich durchlaufen hat und damit nun Einzug ins Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2013 erh√§lt. In dem Antrag steht, dass die Piratenpartei Deutschland eine Diskriminierung und Kriminalisierung von Sexarbeitern ablehnt. Sie wolle, so geht es weiter, alle Sonderregelungen zur Reglementierung von Prostitution dahingehend pr√ľfen, ob sie geeignet, erforderlich und angemessen seien, die Anerkennung und die Rechte von Sexarbeitern sicherzustellen. Denn die St√§rkung der Rechte selbstbestimmt t√§tiger Sexarbeiter sei das beste Mittel gegen jedwede Fremdbestimmung. Von der Unterst√ľtzung einzelner Prostituierten-Gruppen oder der Abschaffung staatlicher Vorschriften steht dort nichts.

Der Staat schreibt viele sinnvolle Dinge vor, z.B. dass jeder Mensch ein Recht auf freie Berufswahl und ein Recht auf sexuelle Selbstbestimmung hat. Ich finde nicht, dass das abgeschafft geh√∂rt. Erlaubt es mir doch, als Frau einen Beruf meiner Wahl zu ergreifen und zu bestimmen, in welcher Weise ich mit wem Sex habe – auch dann, wenn ich dadurch meinen Lebensunterhalt verdiene. Mir geht es mitnichten allein darum, staatliche Vorschriften abzuschaffen. Wollte ich das, w√ľrde ich mich in der Anarchistischen Untergrundarmee engagieren und nicht in der bundesdeutschen Parteipolitik. Nein, worum es mir geht, ist mitzureden, mit zu gestalten, Ideen weiterzutragen – damit die Spielregeln unserer Gesellschaft, die durch den demokratischen Gesetzgebungsprozess zu staatlichen Vorschriften werden, Sinnvolle bleiben. Was wir brauchen, ist eine sinnvolle Gesetzgebung zur Prostitution, die fair mit denen umgeht, die diesen Beruf in freier Entscheidung aus√ľben und die Kollateralsch√§den, die Sexarbeitern bereits jetzt aus der Verfolgung von Menschenhandel, Ausbeutung und Vergewaltigung entstehen, nicht in Kauf nimmt. Wenn daf√ľr die Abschaffung, Umgestaltung oder Erg√§nzung konkreter Paragraphen im ProstG, im OwiG, im StGB oder EGStGB notwendig erscheint, dann sehe ich in einer Demokratie keinen Grund daf√ľr, dass es nicht legitim sein sollte, sich daf√ľr einzusetzen – zumal als direkt und unmittelbar von dieser Gesetzgebung betroffene B√ľrgerin.

Ich hatte dar√ľber ausf√ľhrlich mit Sven Becker gesprochen, Forderungen begr√ľndet, Argumente geliefert. Auch Undine, eine meiner Kolleginnen und Mitinitiatorin von Sexwork-Deutschland, hat der Spiegelredaktion, insb. Cordula Meyer, bereitwillig ihre Mithilfe angeboten und lange Mails geschrieben. Der SPIEGEL h√§tte die M√∂glichkeit gehabt, eine seri√∂se, ausgewogene Berichterstattung zu machen, in der alle Seiten mit ihren Argumenten zu Wort kommen und ernst genommen werden. Stattdessen leuchtet er mein Dekollet√© aus!


Editorische Ergänzung vom 27. Mai 2013
Disclaimer: Falls im kommenden Abschnitt Spuren von Sarkasmus durchschimmern sollten, bitte ich das zu entschuldigen. Aber ich bin eben nur eine einfache Sexarbeiterin und keine Qualitätsjournalistin.

Sven Becker, der sich im Interview mit mir selbst als Journalist bezeichnete, hat meinen Artikel gelesen und plant, eine Gegendarstellung zu meiner Gegendarstellung zu bloggen. Darin wird er vermutlich erkl√§ren, dass die Sache mit dem Foto ein bedauerliches Mi√üverst√§ndnis sei und man mich und meine Privatsph√§re durch die Abdunklung des Bildes nur h√§tte sch√ľtzen wollen. Daher habe ich oben an gegebener Stelle mal das von mir pr√§ferierte Foto hinterlegt, das zwar weniger schwarz-rot-verrucht daherkommt, aber auch ohne die Hilfe von Photoshop bereits anonym gewesen w√§re. Ich h√§nge diesem Beitrag au√üerdem eine nicht-abschlie√üende Auflistung mit den sch√∂nsten Stilbl√ľten seines journalistischen Beitrags inklusive meiner Kommentare an. Dem geneigten Leser wird nicht entgehen, dass dieses bedauerliche Mi√üverst√§ndni√ü mit dem Foto Teil einer ganzen Serie bedauerlicher Mi√üverst√§ndnisse ist.

Man mu√ü zu Beckers Verteidigung aber auch sagen, dass es in erster Linie die Redaktionen sind, die in einem Artikel √ľber das politische Engagement eines Menschen vor allem Schmierengeschichten √ľber die Person verlangen. Diese achten gewissenhaft darauf, dass die Autoren die Leser auch nicht mit zu viel Faktenwissen √ľberfordern. Zumindest h√∂rt man das so in der Form immer wieder aus allen m√∂glichen Ecken. Das Traurige an solchen Argumenten ist, dass Journalisten, die in Deutschland f√ľr Qualit√§tsmedien schreiben, in ihrer Arbeit offenbar unfreier und fremdbestimmter als Sexarbeiter sind. Skandal! Wann fordert endlich jemand ein Redaktionsverbot oder Leserbestrafung, wenigstens jener Leser, die Artikel von Zwangsjournalisten konsumieren, die nicht frei und selbstbestimmt √ľber Inhalt und Wortwahl ihrer Beitr√§ge entscheiden k√∂nnen!!!

Stilbl√ľten des tendenzi√∂sen Journalismus

¬ęAuf ihrer Website bezeichnet sich Carmen als Sopranistin und Pianistin [‚Ķ]¬Ľ [SPIEGEL 22/2013, S. 62]

Man mu√ü dazu sagen, dass das eine Selbstbezeichnung ist, damit auch der Letzte SPIEGEL-Leser begreift, dass Carmen bisher keine objektiven Beweise f√ľr diese famose Behauptung geliefert hat. Jeder, der in den g√§ngigen Klischees halbwegs firm ist, wei√ü, dass Nutten habituell l√ľgen. Das k√∂nnte auch auf die schwarz-rote Carmen zutreffen. Was der Leser nicht wei√ü, ist, dass ich in einem vorangegangenen Telefonat (DRINGEND!!!) auf mehrfache Nachfrage Beckers mehrfach best√§tigt habe, dass die Angaben zu meinen T√§tigkeiten auf meiner Website korrekt sind. Ich verga√ü auch nicht, mehrfach zu betonen, dass diese Angaben im Kontext eines Artikels √ľber mein politisches Engagement v√∂llig irrelevant sind und gut und gerne einfach weggelassen werden k√∂nnten.

¬ę[‚Ķ]zitiert den englischen Naturmystiker William Blake¬Ľ [SPIEGEL 22/2013, S. 62]

Wenn ich mich nicht mit diesem Thema besch√§ftigt h√§tte und es besser w√ľ√üte, w√ľrde ich beim Wort “Naturmystiker” an einen Esospinner denken, vielleicht einen, der B√§ume umarmt und in Kommunen lebt. Dass Blakes Naturmystik ein religionskritischer Gegenentwurf zur christlichen Mystik ist, der insbesondere auch das kirchliche Dogma der Lustfeindlichkeit und Enthaltsamkeit infrage stellt, steht nicht einmal in der Wikipedia. Ich zitiere auf meiner Website √ľbrigens auch andere Berufsspinner wie Oscar Wilde, Francis Picabia oder Shakespeare.

¬ęIm Internet pr√§sentiert sie sich mit Bauchnabelpiercing, nacktem Hintern und nacktem Busen.¬Ľ [SPIEGEL 22/2013, S. 62]

No shit Sherlock! Könnte das daran liegen, dass ich Sexarbeiterin bin und sexuelle Dienstleistungen anbiete. Könnte das in diesem Falle ein vollkommen legitimes Mittel der Eigenwerbung sein?

¬ęVor dem Milchkaffee in einem Caf√© am PrenzlauerBerg sitzt eine zierliche Frau [‚Ķ]¬Ľ [SPIEGEL 22/2013, S. 62]

Ach Gottchen, ich tue mir in meiner Zierlichkeit fast schon selbst Leid. Sicherlich bin ich hilfebed√ľrftig und wei√ü in Wirklichkeit doch nicht so recht, wovon ich eigentlich spreche.

¬ę[‚Ķ] mit Rollkragenpullover und Schlabberhose¬Ľ [SPIEGEL 22/2013, S. 62]

Achso, meine R√∂hren-Cordhose ist also schlabbrig. Danke f√ľr diese dezente Kritik, ich werde sie der Schneiderin √ľbermitteln und fragen, was sie dazu sagt. Ich finde es immer wichtig, dass schwache Argumente in einer politischen Diskussion auf den Punkt gebracht werden. Respekt! Falls durch diese detailgetreue Beschreibung meiner Hose beim Leser der falsche Eindruck entstanden sein sollte, dass ich da im Jogginganzug angetanzt w√§re, ist das ein bedauerliches Mi√üverst√§ndnis. Ich hatte mich bei der Wahl meines Outfits sehr bewu√üt daf√ľr entschieden, mich casual, aber trotzdem seri√∂s und nicht mit einem tiefen Ausschnitt zu pr√§sentieren. Es sollte ja ein Interview √ľber mein politisches Engagement werden. Da wollte ich nicht den Eindruck erwecken, durch Dekollet√© statt durch Argumente √ľberzeugen zu wollen.

¬ę[‚Ķ] die eine Begleitdame etwa f√ľr die Oper suchen ‚Äď und wom√∂glich auch f√ľrs Bett.¬Ľ [SPIEGEL 22/2013, S. 62]

Eine scharfe Beobachtung folgt der n√§chsten: K√∂nnte es sein, dass die Kunden einer Escort-Begleiterin wom√∂glich sogar Sex wollen? Noch einmal: Ich bin Sexarbeiterin, ich verkaufe sexuelle Dienstleistungen. Nat√ľrlich spring ich mit den Kunden in die Kiste, was glaubt ihr denn!

¬ęDoch ihr Gesch√§ft sieht Carmen derzeit bedroht durch Politiker, Polizisten oder Aktivistinnen, die Prostitution st√§rker regulieren wollen und etwa eine Meldepflicht fordern.¬Ľ [SPIEGEL 22/2013, S. 62]

Falsch! Ich sehe nicht mein Gesch√§ft bedroht, im Gegenteil. Mein Gesch√§ft k√§me durch die Illegalit√§t der Prostitution erst richtig in Fahrt. Denn dann k√∂nnte ich ganz andere Preise aufrufen – √ľberlegt mal, wie teuer illegale Drogen sind! Nein, was ich bedroht sehe, sind meine Berufs-, Grund- und Menschenrechte und die meiner KollegInnen in der Sexarbeit. Bedroht werden diese von Menschen, die Prostitution in der √∂ffentlichen Debatte aus taktischen Gr√ľnden mit Menschenhandel, Ausbeutung und Vergewaltigung assoziieren, um die Grenzen zwischen Legalit√§t und Illegalit√§t zu verwischen und den B√ľrger Glauben zu machen, Prostitution sei gar nicht unabh√§ngig von Zwang und Gewalt denkbar – wie es z.B. die SPIEGEL-Ausgabe 22/20013 sehr anschaulich vormacht. Diese Prostitutionsgegner fordern nicht etwa nur Meldepflichten. Nein, sie fordern Erlaubnispflichten (Konzessionierung), Zwangsuntersuchungen, Freierbestrafung, h√§rtere Sanktionen, √Ąnderungen des Bundeszentralregistergesetzes, Arbeitsverbote f√ľr Erwachsene unter 21 und einiges mehr. Wen das interessiert, der kann sich ja mal die Forderungen des Bundesrates und den Entwurf des Bremischen Prostitutionsst√§tten-Gesetzes ansehen.

¬ęSie sei nicht naiv, sagt Carmen, nat√ľrlich gebe es Bordelle, in denen Frauen zum Sex gezwungen w√ľrden.¬Ľ [SPIEGEL 22/2013, S. 62f]

Ich bestreite vehement, das jemals so gesagt zu haben. Ich behauptete dagegen, auch im Gespr√§ch mit Becker, dass die Orte, an denen Frauen und Kinder zu Sex gezwungen w√ľrden, in den seltensten F√§llen Bordelle seien, sondern eher dunkle Keller, heimische Wohnzimmer oder kirchengetragene Internate. Denn Bordelle werden in Deutschland schon jetzt sehr stark √ľberwacht – nicht nur von der Polizei. Letztere hat in den meisten Bundesl√§ndern jederzeitiges Zutrittsrecht (s. bspw. ¬ß36(4) ASOG [PDF]) und macht davon auch regen Gebrauch. Allein sie findet bei den Bordell-Razzien keine Frauen, die zum Sex gezwungen werden. Menschenhandel, sexuelle Ausbeutung und N√∂tigung sind in Deutschland verboten. Kein Krimineller geht diesen kriminellen Machenschaften an einem der Strafverfolgung so exponierten Ort wie einem Bordell nach. Die sind n√§mlich auch nicht naiv.

An dieser Stelle nun folgen ganze 137 Wörter zu meinem politischen Engagement, in denen sogar zaghaft meine Argumente durchscheinen. Aber auch das Piratenbashing darf nicht zu kurz kommen und kann prima mit dem Nuttenbashing kombiniert werden:

¬ęCarmen kam es zupass, dass die Piraten zur Prostitutionspolitik wie bei so vielen Themen noch keine festen Standpunkte hatten. So stieg sie schnell zur Expertin auf.¬Ľ [SPIEGEL 22/2013, S. 63]

Diese PIRATEN, echt, keine eigene Meinung und vor allem kein Wahlprogramm – das kam mir super gelegen, denn hinterh√§ltig wie ich bin (s.o.), hab ich diese Ahnungslosen sofort korrumpieren k√∂nnen. Die sind bl√∂d genug, um zu glauben, dass eine Sexarbeiterin tats√§chlich Expertin zum Thema Sexarbeit sein k√∂nnte und nehmen sie ernst – √ľbrigens im Gegensatz zu den Qualit√§tsjournalisten beim SPIEGEL. Da kam es Becker sicherlich zupass, dass er aus dem letzten Jahr was passendes zum Thema in der Schublade hatte. Hoffentlich hat er gut daran verdient, meine Person vor meinen politischen Argumenten in der Prostitutionsdebatte zu exponieren.

¬ęWenn √ľberhaupt, dann mache ich bei den Piraten Werbung f√ľr die Kolleginnen¬Ľ [SPIEGEL 22/2013, S. 63]

Ja, ich mache bei den Piraten Werbung f√ľr die politischen und rechtlichen Interessen meiner KollegInnen – und zwar weil politische Arbeit in einer Demokratie darin besteht, andere Menschen von den eigenen Ideen zu √ľberzeugen, um Mehrheiten zu gewinnen.

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67 Kommentare zu “Wenn, dann schreibt √ľber meine politische Arbeit…”

  1. Pompeius
    26. Mai 2013 um 21:22

    Hallo Carmen, ich m√∂chte dir noch einmal ausdr√ľcklich f√ľr deine engagierte und politische Arbeit danken und habe deinem Antrag auf dem BPT mit Freude zugestimmt. Bitte mach weiter so. Pompeius

  2. Marvin Pollock
    26. Mai 2013 um 21:29

    Es ist sehr bitter, in welcher Art und Weise immer wieder mit Menschen umgegangen wird. Sowohl die Contra-”Argumente” auf dem BPT als auch die Art und Weise, wie ebenso polemische Dinge durch die Medien verbreitet werden ist immer wieder ersch√ľtternd.

    Der Wahlprogrammantrag war gut und wichtig, denn es wird mit ihm eine √Ėffentlichkeit geschaffen, die bitter n√∂tig ist. In Bremen hat uns diese Thematik seit dem LPT – und erst recht nach dem BPT – bereits spannende Gespr√§che gebracht.

  3. Emma Gutversteckt
    26. Mai 2013 um 22:20

    Ich habe nur wegen dem besagten Artikel nach dir gesucht, weil ich wissen wollte, was f√ľr eine v√∂llig verbl√∂dete Frau da als “Expertin” interviewt wurde. Dein Blog hat mich nun vom Gegenteil √ľberzeugen k√∂nnen und ich muss sagen, dass dieser Artikel wirklich unter aller Sau ist….

  4. Sina
    27. Mai 2013 um 08:07

    Ich schliesse mich dem vorherigen Kommentar an, der Artikel war unter aller Sau… Auf die Forderungen und ihre Gr√ľnde, welche ja gerade auch den verletzlichsten Sexarbeiterinnen und echten Gewaltopfern helfen sollen, wird kaum eingegangen. Stattdessen wird wieder mal verheerende Repression propagiert bzw. die Stimmung schonmal sch√∂n in die Richtung gelenkt, damit die Politik sp√§ter mit Repressionen umso einfacher durchkommt.

    Es wurde mit voller Absicht ein Bild von dir als naives ich-will-das-halt-so- Girlie vermittelt, das eine privilegierte Minderheit darstellt, um deine Argumente neben dem Hauptartikel mit den unwahren, plakativen Aussagen vollst√§ndig ausser Kraft zu setzen. Der Artikel wirkte durchgehend bel√§chelnd, aber das ist ja leider der Spiegel-Grundton, nicht nur bzgl Sexarbeit: Immer schwingt eine leichte Verachtung mit, von denen die Journalisten wohl meinen es sei “Journalismus mit Biss”.

  5. Me
    27. Mai 2013 um 11:47

    Hallo,
    ich finde es auch schade, dass oft statt einem Bericht √ľber politisches Engagement nur rei√üerisch √ľber Klisches und (Vor-)Urteile zu Einzelpersonen geschrieben wird. (Diesen Spiegel Artikel habe ich nicht komplett gelesen.)

    Dennoch h√§tte ich die Frage, welchen Stellenwert die Verfolgung von Menschenhandel gegen√ľber der Freiheit der Berufsaus√ľbung hat?

    Ihre Aussage “Kollateralsch√§den, die Sexarbeitern bereits jetzt aus der Verfolgung von Menschenhandel, Ausbeutung und Vergewaltigung [entstehen]” mi√üachtet, das diese Strafverfolgung ein h√∂heres Menschenrecht auf Freiheit zum Ziel hat.

    Ich stimme der Entkriminalisierung der Sexarbeit zu, jedoch glaube ich, muss das Problem des “Menschenhandel, Ausbeutung und Vergewaltigung” als Grundlage einged√§mmt und gel√∂st werden.

    Herzliche Gr√ľ√üe,
    ein Leser.

  6. notwendig
    27. Mai 2013 um 18:17

    Was soll ich noch schreiben, ich freue mich so sehr dar√ľber wie hier endlich mal Tacheles geschrieben wird, frei von Aggressionen und Komplexauspr√ľchen.

    Wenn doch nur alle menschlichen Politikfelder derart √ľberzeugend und lehrreich ausgehandelt werden w√ľrden.

    Ich gratuliere uns zu Ihrem Artikel. Sie zeichnen das Gefälle zwischen sich vom Kopf her prostituierenden Bezahlschreiberlingen, zu einem im Geiste, der Seele und den Emotionen frei schreibenden Menschen mehr wie deutlich auf.

    Gruß
    Willi

  7. p.
    27. Mai 2013 um 19:57

    Tut mir Leid.

  8. form
    27. Mai 2013 um 20:42

    Vielen Dank f√ľr die ausf√ľhrliche Gegenwehr. Sehr gut, sehr sympathisch, sehr korrekt. Hoffentlich sch√§mt sich der √§h, Qualit√§tsjournalist Sven Becker (nicht dass Google hinter seinem Namen demn√§chst “Schmierlappen” vorschl√§gt – Hallo Sven, nicht verklagen!)

  9. carmen
    27. Mai 2013 um 20:58

    Dennoch h√§tte ich die Frage, welchen Stellenwert die Verfolgung von Menschenhandel gegen√ľber der Freiheit der Berufsaus√ľbung hat? [...] Ich stimme der Entkriminalisierung der Sexarbeit zu, jedoch glaube ich, muss das Problem des ‚ÄúMenschenhandel, Ausbeutung und Vergewaltigung‚ÄĚ als Grundlage einged√§mmt und gel√∂st werden.

    Ich gebe ihnen Recht damit, dass Menschenhandel, Ausbeutung und Vergewaltigung Probleme sind, die gel√∂st werden m√ľssen. Alle drei Straftaten sind gegen√ľber allen Menschen verboten, nicht nur gegen√ľber Prostituierten. Weil sie in allen Bereichen des menschlichen Zusammenlebens anzutreffen sind, m√ľssen sie auch in allen diesen Bereichen gleicherma√üen intensiv verfolgt werden. Und damit sind wir schon am Punkt: Menschenhandel, Ausbeutung und Vergewaltigung sind kein prostitutionsspezifisches Problem und sie sind auch nicht gleichzusetzen mit Prostitution. Wer propagiert, man k√∂nne Menschenhandel, Ausbeutung und Vergewaltigung dadurch l√∂sen, dass man Prostituierte verfolgt, registriert, √ľberwacht, verbietet, was auch immer – wird dem Problem nicht gerecht, sondern schafft ein Neues.

    Wir machen mal ein Beispiel: Ein junger Mann, vielleicht minderj√§hrig, wird von einem Kriminellen in seiner Wohnung gefangen gehalten und zu sexuellen Handlungen mit ihm, seinen Freunden oder Menschen gezwungen, von denen er Geld daf√ľr bekommt. Und eine Frau aus Vietnam. Sie wird in der Wohnung eines Diplomaten als Putzkraft angestellt. Weil das in seinem Heimatland so √ľblich ist, bezahlt sie der Diplomat kaum, verbietet ihr, die Wohnung zu verlassen und beh√§lt ihre Papiere ein. Was hilft es diesem Mann und dieser Frau, dass sich das Wohnungsbordell von Sexarbeiterin X konzessionieren lassen mu√üte und Polizei und √Ąmter dort ein und ausgehen? Weder der junge Mann, noch die Frau arbeiten als Prostituierte, sondern sie sind Opfer von sexueller Gewalt oder Ausbeutung. Als solches profitieren sie nicht von einer sch√§rferen Regulierung der Prostitution oder Prostitutionsst√§tten, im Gegenteil, man verliert sie aus dem Blick.

    Demgegen√ľber wird Sexarbeiterin X in ihrem Wohnungsbordell der Berufsalltag durch hohe b√ľrokratische H√ľrden unermesslich schwer gemacht. St√§ndig kommt die Polizei vorbei und verschreckt die Kundschaft. Das Amt hat im Nachhinein eine zus√§tzliche Steckdose im Bad gefordert, wof√ľr aber erst einmal neue Kabel verlegt werden m√ľssen. Der Elektriker mu√ü bezahlt werden, sonst verliert das Bordell seine Konzession. Aber seit neulich die Freierbestrafung beschlossen wurde, kommt kaum noch Kundschaft. Um Geld f√ľr den Betrieb und ihren Lebensunterhalt zu verdienen, mu√ü die Sexarbeiterin pl√∂tzlich jeden, auch den r√ľpelhaftesten Kunden nehmen, w√§hrend sie ihn fr√ľher, als mehr Kundschaft kam und die Auswahl gr√∂√üer war, ablehnen konnte, ohne zu verhungern. Seit sie sich neulich im Stadtamt registriert hat, indem auch die Mutter des besten Freundes ihres Sohnes arbeitet, darf dieser nicht mehr mit dem Sohn der Beamtin spielen.

    Wenn von Menschenhandel die Rede ist, denken Viele, vor allem vermittelt durch die Medien, an Frauen, die wie Sklavinnen gehalten und zu Sex gezwungen werden. Jeder, der sich mit dem Thema fachlich auseinandergesetzt hat, weiß aber, dass der Straftatbestand und auch die Lebenswirklichkeiten der Opfer jenseits solcher Klischees zu verorten und komplexer sind. Plakative und von moralischen Vorbehalten getriebene Symbolpolitik gegen legale Prostitution hilft da nicht. Auf Menschenhandel heute können sie mehr Informationen zum Thema Menschenhandel bekommen.

  10. Tom
    27. Mai 2013 um 21:40

    Vielen Dank f√ľr dein gro√üartige Engagement f√ľr die Rechte der Sexarbeiter_innen. Es ist toll und wahnsinnig ermutigend zu lesen, wie du dich selbst in der momentanen Situation nicht unterkriegen l√§sst und dich geistreich, witzig und eloquent zu wehren verstehst.

    Menschen wie du sind es, die Schritt f√ľr Schritt den zivilisatorischen Fortschritt erk√§mpfen – kleingeistige Lohnschreiber im Dienste der Herrschenden sind hingegen beliebig austauschbar.

  11. Hanns-Jörg Rohwedder
    27. Mai 2013 um 21:53

    Der Spiegel ist halt die Bild am Montag…

    Zum Tuning-Test: Das Prostitutionsgesetz hat keine Artikel, sondern Paragraphen.

  12. Urmulus
    27. Mai 2013 um 22:22

    Also wenn ich mein Spiegel-Abo nicht schon gek√ľndigt h√§tte, w√ľrde ich das jetzt tun. Dieser “Journalist” h√§tte besser mal den Podcast geh√∂rt, da h√§tte er viel lernen k√∂nnen, z.B. √ľber den Umgang mit Menschen. Und das Klischee, dass Piraten keine Frauen abkriegen und sich anderweitig behelfen m√ľssen, durfte auch nicht fehlen, was? Musste da irgendein Beleidigungspensum erf√ľllt werden?

  13. Robert
    27. Mai 2013 um 22:43

    Ich beneide Dich nicht um deine erste Erfahrung mit einem Journalisten vom Spiegel. Sie passt ins Bild. Der Spiegel steht leider auf einer Qualit√§tsstufe mit den meisten √∂ffentlich-rechtlichen Journalisten. Der ein oder andere Pressesprecherkollege arbeitet aus diesen Gr√ľnden nicht mehr mit Spiegel, MDR oder NDR zusammen, ich teilweise auch. Schade drum.

  14. Ed.
    27. Mai 2013 um 23:08

    Mir ist unklar, weshalb Du dem eingangs erw√§hnten Frittenbuden-Zitat Sven Beckers √ľberhaupt zugestimmt hast?
    Denn, wie Du selber sehr richtig erkannt hast, ist dies ausschließlich zur Diskreditierung geeignet.

    Weshalb also Deine Freundlichkeit im Sinne von “Bitte, tu mir das nicht an!”?

    “Basta!” w√§re m.E. die einzig richtige Reaktion gewesen.

    “Basta! – Ich verbitte mir jede weitere Kontaktaufnahme und Nennung” auf s√§mtlichen Kan√§len.

    Denn die weitere unverfroren tendenziöse Berichterstattung zeichnete sich bereits ab diesem Punkt ab.

    M.E. liegt eine M√∂glichkeit zuk√ľnftiger politischer ‘Aufkl√§rung’ eher in alternativen Medien und Blogs,- wie z.Bsp. diesem hier. Denn von den meisten auflagenstarken und sehr kostenintensiven Print-Bl√§ttern d√ľrfte zunehmend weniger zu erwarten sein. Das mag mitunter an den politischen Interessen der jeweiligen Verlagsh√§user (Spiegel-Verlag GmbH & Co. KG, Bertelsmann AG/Gruner u Jahr) oder an denen ihrer Finanziers liegen. Und auch die sich zunehmend stellende Frage der Finanzierbarkeit, die sich angesichts fortschreitender Digitalisierung im Print-Markt stellt, mag eine nicht unbetr√§chtliche Rolle spielen:
    Der Druck refinanzierbare Mainstream-Meinung zu reproduzieren hat in den letzten Jahren best√§ndig zugenommen. Der sogenannte ‘Qualit√§tsjournalismus’ ist kaum noch irgendwo zu finden.

    Und, auch das ist traurig, Leute die tatsächlich schreiben können, kann sich heutzutage kaum noch jemand leisten.

    Abgesehen davon haben wir, gerade in Bezug auf die Piratenpartei, schon zu viele Beispiele f√ľr den qualitativen Niedergang des SPIEGEL erleben d√ľrfen:
    Mit den ebenfalls unglaublich tendenzi√∂sen Beitr√§gen von Annette Meiritz d√ľrfe hier kaum noch von grober Fahrl√§ssigkeit die Rede sein.

    Mein Tip in puncto Berichterstattung/PR w√§re deshalb, zuk√ľnftig nicht mehr dem Medium, sondern – wenn √ľberhaupt – allein den jeweiligen Schreiberinnern und Schreibern zu vertrauen:
    Lass Dir doch beim n√§chsten mal einfach ein paar aktuelle Beitr√§ge des entsprechenden ‘Schreibers’/ der ‘Schreiberin’ zusenden und mach Dir so vor Kontaktaufnahme ein Bild von seiner/ihrer journalistischen Integrit√§t.

    Das ist doch auch ansonsten völlig normal:
    Wer will schon die ‘Katze im Sack’ kaufen?.. womit wir dann endlich auch mal beim eigentlichen Thema angekommen w√§ren, denn..
    Wenn ich mir eine unbekannte Hure bestelle, will ich ja zuvor auch wenigstens mal nen paar Bildchen im Internet gesehen haben, um mir vorstellen zu k√∂nnen, was mich erwarten w√ľrde wenn.. – Nachvollziehbar – .. und selbst dann kann noch einiges schr√§g laufen..

    Weshalb also bei der schreibenden Zunft mit weitaus geringeren Anspr√ľchen in die Zusammanarbeit gehen?

    Gr√ľ√üe!
    Ed.

  15. Achim
    28. Mai 2013 um 00:47

    Hallo Carmen,

    ich finde deine sachliche Auseinadersetzung mit diesem missratenen Spiegel-Artikel, sehr viel informativer als alles was ich bisher zu diesem Thema gelesen habe.

  16. Undine
    28. Mai 2013 um 03:37

    Danke f√ľr die Einblicke in die Arbeitsweisen des Spiegel. Ich hoffe, dein Blog-Artikel wird vielfach gelesen.

    Dabei ist dein Interview noch das Highlight in einem Meer von noch viel gr√∂√üerem Schwachsinn rund um das Thema Prostitition im Heft. Konnte man aber gefahrlos so stehen lassen, denn “Es spricht viel daf√ľr, dass sie [selbstbestimmte Sexarbeiterinnen] eine Minderheit
    sind, allerdings lautstark vertreten von wenigen Bordellbetreiberinnen und Hurenlobbyistinnen [...]”

    Böse Lobbyistin Рtust gerade so, als gäbe es noch mehr solch wunderliche Exoten wie dich!

  17. Melebert
    28. Mai 2013 um 08:10

    Auch wenn es eine Wiederholung ist, aber ich muß einfach anderen Kommentatoren zustimmen: Deine Auseinandersetzung mit dem Spiegelartikel und deine Antworten in der Diskussion sind um Längen besser und argumentativer als der Spiegelartikel selbst.

  18. LittleLionMan
    28. Mai 2013 um 09:20

    Ich kann mich Achim nur anschließen. Ich habe durch deinen Blogeintrag sehr viel gelernt.

  19. P.J.Hintzman
    28. Mai 2013 um 09:28

    Warum sollte eine christlich-konservative Sicht der Dinge nicht möglich, nicht erlaubt sein? Ist diese Sicht nicht genauso wichtig wie der Blick durch die links-alternative Meinungsbrille?
    Ich lasse mich selbstverst√§ndlich auf andere Ansichten ein, es ver√§ndert aber nicht mein Weltbild: Freier und Prostituierte sind moralisch wie sexuell gest√∂rte Menschen, die sicherlich gesellschaftliche Unterst√ľtzung und Hilfe ben√∂tigen, aber keinesfalls Anerkennung! Das Prinzip des Prostitution zielt auf die Erniedrigung der Frau als Ware ab, was auch von mir, als Mann, verurteilt und abgelehnt wird. Die Sicht des Freiers ist Menschenverachtend – da hilft auch keine soziologische Theorie. Sex, sog.”Liebe” als zahlbares Produkt, widerspricht jeglichen Grunds√§tzen christlichen Humanismus.

    ———-
    [Hinweis an alle Leser und Kommentatoren: Die erste Regel im Umgang mit Trollen lautet: "Nicht f√ľttern!" D.h., auch wenn ihr diesen Kommentar von Hintzmann unterirdisch findet, la√üt ihr ihn am besten einfach unkommentiert so stehen. Er demontiert sich selbst in ausreichendem Ma√üe und jede Reaktion w√ľrde vom eigentlichen Thema ablenken und die sinnvolle, konstruktive Diskussion verdr√§ngen. Wer f√ľttert, wird nicht ver√∂ffentlicht. LG, Carmen.]

  20. Bernhard
    28. Mai 2013 um 09:52

    Hi Carmen,

    mein Kompliment zu Inhalt und Art der Stellungnahme. Es entlarvt die Redaktion des “Lumpenjournalismus”, ohne dieses Wort oder Vergleichbares zu bem√ľhen. Es erschlie√üt sich dem Leser ganz von selbst und aus Sachvortrag mit dezenter W√ľrze von Ironie.

    Irgendwie scheint mir, dass Bild und BZ mittlerweile erheblich seri√∂ser als der Spiegel (oder Stern) sind. Im letzten Jahr ist mir in einer der Springer-Zeitungen beispielsweise ein sehr sachlicher und mit positiver Einstellung geschriebener Artikel √ľber Stefanie Klee aufgefallen.

    Viel Erfolg bei der weiteren politischen Arbeit, hoffentlich auch in anderen und dann doch irgendwie verbundenen Feldern, wie Sozialpolitik.

    Beste Gr√ľsse,
    Bernhard

  21. Dieter
    28. Mai 2013 um 10:30

    Finde es von beiden Seiten (Spiegel-Titelgeschichte sowie von Sexarbeiter-Lobbyisten) etwas seltsam, wie √ľber dieses Thema gesprochen wird.

    Seitdem ich selbst mal einige Zeit in einem Rotlichtviertel gewohnt habe, muss ich sagen: Was diese “Branche” braucht ist Kontrolle, Kontrolle, Kontrolle. Identit√§tskontrollen, Betreiberkontrollen, Razzien, Gegenwehr.

    Bei einer ganzen Reihe von Prostituierten habe ich den starken Eindruck, dass die nicht mal 18 Jahre alt sind. Das geh√∂rt abgestellt, fertig! Wir brauchen umfassendere Konzessionen der Betreiber und √úberpr√ľfungen der Damen, die sowas anbieten. Die m√ľssen sofort erfasst werden, wenn sie aus dem Ausland zwecks “Sexarbeit” hierher kommen. Die m√ľssen aktenkundig sein, das ist deren bester Schutz. Die m√ľssen unabh√§ngige Unternehmerinnen samt Rechtsschutz durch Anwaltskanzleien werden, sonst besteht die Gefahr, dass sie wie Freiwild behandelt werden.

  22. Stephan Mahlow
    28. Mai 2013 um 11:02

    Chapeau Carmen!

    Das ist nicht nur sprachlich großartig, damit entlarvst Du auch die Mechanismen des Spiegel-Journalismus sehr genau.

  23. carmen
    28. Mai 2013 um 11:10

    Finde es von beiden Seiten (Spiegel-Titelgeschichte sowie von Sexarbeiter-Lobbyisten) etwas seltsam, wie √ľber dieses Thema gesprochen wird. [...] Was diese ‚ÄúBranche‚ÄĚ braucht ist Kontrolle, Kontrolle, Kontrolle. Identit√§tskontrollen, Betreiberkontrollen, Razzien, Gegenwehr.

    Warum findest du es dann seltsam, wie der SPIEGEL √ľber dieses Thema spricht. Du m√ľ√ütest dich doch im aktuellen Blatt 1:1 wiederfinden k√∂nnen. F√ľr nichts anderes als deine Meinung wird darin geworben. Ich denke, was das Konfliktpotential zwischen Anwohnern und Sexarbeitern in Rotlichtvierteln/am Stra√üenstrich enorm mindern k√∂nnte, w√§re eine Dezentralisierung. Sperrgebiete und Regulierung √ľber die Baunutzungsverordnung, wie wir sie derzeit vorfinden, f√ľhren zur Einpferchung in Ghettos, bzw. zur Beschr√§nkung auf bestimmte Gebiete, in denen die Arbeitsbedingungen eher schlechter als besser sind. W√ľrde Prostitution nicht k√ľnstlich an einem einzigen Ort konzentriert und bspw. auch die dezentere Wohnungsprostitution erleichtert, dann w√ľrde sich die Situation entspannen. Rotlichtviertel g√§be es dann nicht mehr. In Berlin, wo es keine Sperrgebiete gibt, kennen wir soetwas nicht.

  24. Lothar B.
    28. Mai 2013 um 11:48

    Das Niveau des Spiegels ist in den vergangenen Jahren, vor allem seit Augsteins Tod, stetig gesunken. Die “Durchboulevardisierung” ist bei wirklich jedem Thema zu beobachten, Investigativjournalismus hingegen findet nicht mehr statt. √úber das Bilderklickstreckenportal Spiegel Online muss man wohl kein Wort mehr verlieren.

    Ich selbst habe mein Abo nach 25 Jahren gek√ľndigt, nachdem man im Fall Mollath sehr deutlichen Kampagnenjournalismus durch Beate Lakotta und die Chefredaktion lesen musste, f√ľr den es bis heute noch keine Entschuldigung gab.

  25. egal
    28. Mai 2013 um 11:52

    √úber Bildblog hergekommen. Beckers Artikel war bekannt – wahrhaft keine Glanzleistung, ohne Zweifel BILD-Niveau. Zum Thema hier ist genug gesagt worden.

    Was mir auff√§llt, ist Deine F√§higkeit, Deutsch fast durchgehend richtig zu schreiben (nicht perfekt, aber gut). Damit stehst Du weit √ľber SPIEGEL-Schreiberlingen … die k√∂nnen nichts mehr (au√üer BILD-Deutsch). Weiter so!

  26. Schattenlos
    28. Mai 2013 um 11:59

    Hallo Carmen,

    herzlichen Dank f√ľr Deine gut geschriebenen Erwiderungen. Man merkt leider auch beim ehemaligen “Sturmgesch√ľtz der Demokratie” wie verBL√ĖDet es mittlerweile in der deutschen Presselandschaft zugeht. Obwohl ich sonst kein gutes Bild von den Piraten habe, zeigen Frauen wie Du, dass sie doch ernst zu nehmen sind.

    Viel Erfolg bei Deiner weiteren politischen Arbeit.

  27. peeka
    28. Mai 2013 um 12:13

    Liebe Carmen,

    zun√§chst einen herzlichen Dank f√ľr diesen hervorragend geschriebenen Artikel in Deinem blog. Ich hatte mir seit ich parteipolitisch wieder unabh√§ngig bin √ľberlegt, mich eventuell bei Piratens zu engagieren, das aber nach den √∂ffentlichen Querelen wieder verworfen. Dein Text und Deine Art l√§sst mich jetzt doch wieder dar√ľber nachdenken, auch wenn ich es nicht unbedingt gut finde, wenn Lobbygruppen Wahlprogramme in dem Ma√üe beeinflussen, dass sie quasi ins Wahlprogramm √ľbernommen werden. Hier scheint aber einfach auf der Gegenseite keine gro√üartige sachliche Kompetenz gegen Dich zu sprechen. Ich finde es ohnehin erschreckend, wenn altbekannte Feministinnen gegen die Prostitution in Deutschland ob der armen osteurop√§ischen Frauen zu Felde ziehen – ihnen es im Endeffekt aber egal ist, wie es den Frauen denn in ihren Heimatl√§ndern ergeht.

    Ich habe trotzdem an Dich ein paar sachliche Fragen:
    Erstens arbeitete eine Freundin von mir in den 1980er Jahren in einem Projekt f√ľr drogenabh√§ngige Prostituierte und erz√§hlte, dass nahezu jede Klientin in ihrer Kindheit sexuell missbraucht wurde. Nun spielt hier sicherlich auch die Drogenabh√§ngigkeit eine gro√üe Rolle. Eine andere Freundin von mir, die als Sexarbeiterin in verschiedenen Bordellen arbeitete, war Borderlinerin. Die Art, wie sie mir erz√§hlte, mit ihrem Job umzugehen (“ich blende mich ganz und gar aus und bin dann eine andere”) ist eigentlich typisch f√ľr Borderliner – die Abspaltung der eigenen Pers√∂nlichkeit.
    Ich kenne nicht viele Prostituierte, aber bei allen, mit denen ich tun tun hatte, war der Lebensweg schon ein typisch anderer als bei sagen wir Verwaltungsfachangestellten.
    kann es nicht sein, dass es auch wenn kein Zwang dahinter steht, dann doch meistens bestimmte Umstände sind, weshalb die Sexarbeiterinnen und -arbeiter dem Beruf nachgehen?

    Zweitens hatte die Partei, der ich bis Ende letzten Jahres angehörte, einen Schatzmeister, der Geld veruntreute und dies in Prostitutionsgeschäfte investierte. Wie beurteilst Du den Sachverhalt unabhängig von der Veruntreuung? Um Zuhälterei und Zwangsprostitution soll es sich ja offenbar nicht handeln, aber warum verdienen noch bestimmte Personen am Business, die diesem nicht unmittelbar nachgehen?

    Drittens noch die Frage, wie Du den auf Landstraßen immer intensiver entstehenden Straßenstrich vornehmlich osteuropäischer Prostituierter beurteilst:
    Glaubst Du, dass es sich hierbei um Zwangsprostituierte handelt? Es gibt ja aktuell auch einen Autor (Namen habe ich vergessen), der immer wieder Zwangsprostitution mit Romafamilien in Verbindung bringt (was auch regelmäßig meiner Einschätzung nach an Rassismus grenzt).

    Ich freue mich auf Deine Antwort!

  28. alter Jakob
    28. Mai 2013 um 12:23

    Interessanter Blogartikel. “Qualit√§ts”journalismus gibt’s mittlerweile halt nur noch selten, vor allem wenn Sex vorkommen kann.

    Was ich eigentlich sagen wollte (ich kann halt nicht aus meiner Haut):
    “linkisch” bedeutet “ungeschickt”. Was wahrscheinlich gemeint ist war “link”. Das bedeutet “falsch” oder “hinterlistig” sein.

    http://www.duden.de/suchen/dudenonline/linkisch

  29. alter Jakob
    28. Mai 2013 um 12:27

    P.S. Ist im vorletzten Absatz im Kommentar zu Piraten und Prostitutionspolitik.

  30. Marc
    28. Mai 2013 um 14:39

    Hallo Carmen,

    Danke f√ľr deine wertvolle Arbeit. Lass dich nicht unterkriegen. Die Zeit f√ľr freie Information und Wahrheit wird sicher kommen ;) bis dahin k√§mpfe weiter f√ľr deine Rechte.

  31. Robin
    28. Mai 2013 um 14:48

    Was f√ľr ein klasse Artikel. Ich finde es einfach genial, wie pointiert, sarkastisch und einfach kraftvoll du dich gegen so eine distanzlose und unsachliche Berichterstattung wehrst. Unabh√§ngig davon, ob ich oder andere mit deiner Meinung komplett √ľbereinstimmen: Das sollten mehr Frauen tun.

    Mach weiter so, lass dich nicht runter ziehen (tust du ja sowieso nicht) und Danke f√ľr diesen Artikel!

  32. Dieter
    28. Mai 2013 um 15:29

    Ich finde es seltsam, wie man √ľberhaupt auf die Idee kommt, die Sexarbeitsbranche sei eine Branche wie jede andere. Das ist an Blau√§ugigkeit nicht zu √ľberbieten. Nat√ľrlich ist Sexarbeit keine Arbeit wie jede andere, weil sie mit unserem gesellschaftlichen Wertekodex kollidiert und daher automatisch zum Anziehungspunkt krimineller Milieus wird. Diese Milieus profitieren davon, dass vieles informell bleibt. Das alles so anonym ist. Auf Anbieterseite sollte nichts und rein gar nichts anonym sein. Zum Schutz der Anbieter.

    Dabei m√ľsste diese Branche die mit den h√∂chsten Transparenzpflichten sein. Vielleicht muss der Staat auch neue finanzielle Anreize schaffen und im Gegenzug “registrierten” Prostituierten zus√§tzlichen Versicherungsschutz, Altersvorsorge o.√§. finanzieren. Wer dann die Staatskohle will, muss – sorry – die Hosen runterlassen. Prostitution meinetwegen ja, staatliche Naivit√§t: Nein!

  33. André Westphal
    28. Mai 2013 um 15:45

    H√∂rt sich f√ľr mich leider nach der typischen journalistischen Masche an und best√§tigt vor allem meine Skepsis gegen√ľber dem SPIEGEL, den ich mittlerweile eher als BILD f√ľr sprachlich etwas anspruchsvollere Leser betrachte. Inhaltlich ist das Niveau √§hnlich, nur eben mit etwas weniger Emotionalisierungen und daf√ľr mehr pseudo-intellektuellem Gehabe.

    Schade, dass bei so einem interessanten und facttenreichen Thema dann so ein plumper Artikel das Ergebnis ist :-(.

  34. jus
    28. Mai 2013 um 15:56

    Danke f√ľr den Beitrag. Ja. Mich verwundert allerdings deine Verwunderung √ľber das Verhalten des Spiegel-Redakteurs. Hast Du so lange keinen Spiegel mehr gelesen (√ľberhaupt: nichts mitbekommen), um dir noch Illusionen √ľber dieses Magazin gemacht zu haben? Bei allem Respekt, aber das sollte wahrscheinlich Teil der politischen Arbeit sein.

  35. Oliver Flesch
    28. Mai 2013 um 17:10

    Meine Meinung dazu, liebe Carmen, liest Du hier …

    http://oliver-flesch.com/2013/05/28/spiegel/

  36. Thomas
    28. Mai 2013 um 18:22

    [Aus moderatorischen Gr√ľnden nicht ver√∂ffentlicht, s. Hinweis im Kommentar von P.J.Hintzman. Thomas, ich schicke dir deinen Text per E-Mail, so dass du ihn andernorts ver√∂ffentlichen kannst, wenn du das m√∂chtest. LG, Carmen.]

    @Carmen:
    Ich danke dir f√ľr den Beitrag, auf den ich √ľber den Bildblog gesto√üen bin. Sehr gut geschrieben.

  37. Sven Becker
    28. Mai 2013 um 19:16

    Habe zu den Vorw√ľrfen von Carmen selber gebloggt: http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelblog/eine-escort-dame-macht-politik-bei-der-wahrheit-bleiben-a-902425.html

    Beste Gr√ľ√üe,
    Sven Becker

  38. r.
    28. Mai 2013 um 19:24

    Ich bin √ľber einen Bildblog-Link auf diesen Blogbeitrag gesto√üen und bin schockiert √ľber und dankbar f√ľr das oben Dargestellte. Der Print-Spiegel hat in meinen Augen damit nochmal erheblich an Attraktivit√§t eingeb√ľ√üt – das ist tendenzi√∂se Boulevard-Berichterstattung und keinem Nachrichtenmagazin w√ľrdig.

    Danke f√ľr die ausf√ľhrliche Gegendarstellung. “Zwangsjournalisten” ist ein sch√∂nes Wort.

    Ich w√ľnsche alles Gute und viel Erfolg (besonders bei der Auseinandersetzung mit Journalisten und im politischen Bereich),

    R.

  39. Daniel Wessel
    28. Mai 2013 um 19:40

    Vielen Dank f√ľr die Gegendarstellung. Ich hatte mir √ľberlegt, den Spiegel zu holen, weil mich das Thema interessiert, war aber von der Aufmachung was abgeschreckt. Hmm, wobei nicht wirklich √ľberraschend … wenn man sich die Themengebiete ansieht, in denen man sich beruflich oder privat einigerma√üen auskennt (bzw. sich die Originalberichte/Studien ansieht), dann erwartet man vom Spiegel auch keine gute (= kritisch-differenzierte und halbwegs objektive und valide) Berichterstattung mehr. Die Fehler und verf√§lschenden Vereinfachungen, die man aufgrund seines Fachwissens in den Artikeln bemerkt, gibt es auch bei anderen Beitr√§gen. Nur fallen sie einem da nicht weiter auf weil einem das Fachwissen oder der Zugang fehlt.
    In der Hinsicht hat das 21ste Jahrhundert zumindest den Vorteil, dass man sich selbst √ľber bildblog.de und Blogs ein differenziertes Bild machen kann. Danke nochmals daf√ľr :-)

  40. Sonja
    28. Mai 2013 um 20:32

    Hallo Carmen,

    Danke f√ľr Deinen Beitrag, denn ich gerne gelesen habe. Ich habe mich auch sehr gefreut, mich als “selbstbestimmte” Bloggerin zu f√ľhlen, die keiner Redaktion gehorchen muss.

    Inzwischen haben wir uns auch mit dem langen Artikel besch√§ftigt – ein Artikel, der das ganz Ph√§nomen “Menschenhandel” so verk√ľrzt und einseitig darstellt, dass ich mich dazu gezwungen f√ľhlte, die ganzen L√ľcken mal anzugehen.

    Ich hoffe, dass alle, die sich f√ľr Menschenhandel und Strategien seiner Bek√§mpfung interessieren, ihn inspirierend finden. Es ist unsere Ansicht, dass die Menschenrechte aller Menschen im Zentrum stehen m√ľssen. Das schlie√üt u.a. Sexarbeiter_innen, Migrant_innen (inkl. undokumentierte Migrant_innen) ein. Ich bin der Ansicht, dass nur Rechte Opfer st√§rken k√∂nnen (und zwar noch bevor sie Opfer werden). Schon alleine aus diesem Grund sind Verbote und Kriminalisierungen abzulehnen.

    “Bordell Deutschland” – Journalismus auf L√ľcke
    http://menschenhandelheute.net/2013/05/28/bordell-deutschland-journalismus-auf-lucke/

  41. carmen
    28. Mai 2013 um 21:00

    auch wenn ich es nicht unbedingt gut finde, wenn Lobbygruppen Wahlprogramme in dem Ma√üe beeinflussen, dass sie quasi ins Wahlprogramm √ľbernommen werden.

    Nun, ich denke, es ist erstens ein Unterschied, ob der Pro-Atom e.V. Wahlprogrammantr√§ge schreibt oder eine diskriminierte Gruppe, die Jahrhunderte lang verfolgt wurde und noch nicht einmal als Verein organisiert ist. Zweitens, kommt der Antrag nicht einmal aus dieser Gruppe, sondern wurde von mir und den Antragstellern ausgearbeitet, die alle Piraten, aber nicht alle Sexarbeiter sind. Und drittens hat dieser Antrag alle demokratischen Prozesse durchlaufen, der stand im Liquid, wurde auf die Tagesordnung gew√§hlt und dann von der Basis mehrheitlich bef√ľrwortet. Im grunde genommen ist es egal, wer den Antrag verfa√üt hat. Fakt ist, die Basis findet, er geh√∂rt so ins Wahlprogramm.

    kann es nicht sein, dass es auch wenn kein Zwang dahinter steht, dann doch meistens bestimmte Umstände sind, weshalb die Sexarbeiterinnen und -arbeiter dem Beruf nachgehen?

    Die Frage klammert sich ein bisschen an das alte Klische, n√§mlich dass alle Huren a) drogenabh√§ngig sind und b) als Kinder mi√übraucht wurden. Das ist ein Klischee, es kann auf einzelne Individuen zutreffen. Fakt ist, dass nicht alle Menschen, die als Kinder mi√übraucht wurden, Sexarbeiter und drogenabh√§ngig werden. Die Zahl drogenabh√§ngiger √Ąrzte und Apotheker ist z.B. auch sehr hoch, aber da ist das kein Thema, das von der Gesellschaft problematisiert w√ľrde. Vielleicht ist die Zahl mi√übrauchter Kinder in unserer Gesellschaft generell hoch, aber unter bspw. Lehrern oder Psychologen fragt niemand danach. Prostitution wurde √ľber Jahrhunderte an den Rand der Gesellschaft gedr√§ngt, weil sie Tabus bricht. Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen, bspw. weil sie drogenabh√§ngig sind oder mi√übraucht wurden oder psychische Probleme haben, k√∂nnen in Berufen, die in der Mitte der Gesellschaft verortet werden, oftmals keinen Fu√ü fassen. Da sie aber auch irgendwie √ľberleben wollen, suchen sie sich Jobs am Rande der Gesellschaft, u.a. Sexarbeit. Das eigentlich Problem ist die gesellschaftliche an den Rand Dr√§ngung von Menschen. Auch Drogenabh√§ngige, auch Mi√übrauchte, auch psychisch Kranke, auch Sexarbeiter sind Menschen und haben also ein Recht auf Rechte.

    aber warum verdienen noch bestimmte Personen am Business, die diesem nicht unmittelbar nachgehen?

    Das k√∂nnte mehrere Ursachen haben. Der Hauptgrund: Sexarbeit ist moralisch noch immer nicht anerkannt und wurde lange Zeit (s.o.) in den Untergrund verdr√§ngt. Da viele Sexarbeiter im Untergrund schutzlos waren, brauchten sie Menschen, die sie sch√ľtzen. Bei diesen Menschen wuchsen aber die Begehrlichkeiten, von dem erwirtschafteten Geld auch was abhaben zu wollen. Da Sexarbeit semi-legal und zum Teil illegal war, konnte sich ein gutes Abh√§ngigkeits- und Ausbeutungsnetz entwickeln. Denn es konnte ja niemand zur Polizei gehen, weil er dann selbst dran gekommen w√§re und teilweise die Polizei sogar Schutzgelder einsammelte (zumindest h√∂re ich das immer wieder aus anderen L√§ndern, in denen Prostitution verboten ist). Auf der anderen Seite ist es nat√ľrlich so, dass wenn die H√ľrde, der Prostitution legal nachzugehen, b√ľrokratisch sehr hoch ist, dann sind es nat√ľrlich die Leute mit dem Geld, die die Macht haben, in diesem Bereich Gesch√§fte aufzubauen. Das ist in jeder anderen Branche auch so. Daher denke ich, je legaler die Prostitution und alles, was mit ihr zusammenh√§ngt, wird und je niedriger die b√ľrokratischen H√ľrden werden, ihr legal nachzugehen, desto weniger Abh√§ngigkeits- und Ausbeutungsverh√§ltnisse wird es geben, weil Menschen auch ohne viel Geld und gro√üe Bildung selbstbestimmt ihren Gesch√§ften nachgehen k√∂nnen.

    Drittens noch die Frage, wie Du den auf Landstraßen immer intensiver entstehenden Straßenstrich vornehmlich osteuropäischer Prostituierter beurteilst:

    Ich denke, einer der Gr√ľnde daf√ľr, dass in Deutschland geh√§uft SexarbeiterInnen aus Osteuropa anzutreffen sind, ist die EU-Osterweiterung. Gem√§√ü dem Freiz√ľgigkeitsgesetz k√∂nnen selbstst√§ndig t√§tige EU-B√ľrgerInnen f√ľr einige Zeit legal in Deutschland arbeiten. Gerade im Bereich der Sexarbeit lohnt es sich f√ľr diese auch, das zu tun. Denn hier verdient man besser, Prostitution ist legal und wird nicht verfolgt (damit ist man weniger Gewalt ausgesetzt) und man kann der Arbeit fern der Familie nachgehen, die Prostitution u.U. scharf verurteilen w√ľrde. Ansonsten habe ich mich aber speziell mit der Situation von Romafrauen und -m√§nnern zu wenig besch√§ftigt, um hier eine kompetente Einsch√§tzung abgeben zu k√∂nnen.

  42. carmen
    28. Mai 2013 um 21:05

    ‚Äúlinkisch‚ÄĚ bedeutet ‚Äúungeschickt‚ÄĚ. Was wahrscheinlich gemeint ist war ‚Äúlink‚ÄĚ. Das bedeutet ‚Äúfalsch‚ÄĚ oder ‚Äúhinterlistig‚ÄĚ sein.

    Hm, tatsache. Habe ich in meinem Leben offensichtlich noch nie dudenkonform verwendet. Das semantische Feld, das ich damit assoziiere, ist “hinterlistig”, “gerissen”, “falsch”, “t√§uschend”, also “link”. Ich lasse das mal sacken.

  43. carmen
    28. Mai 2013 um 21:13

    Nat√ľrlich ist Sexarbeit keine Arbeit wie jede andere, weil sie mit unserem gesellschaftlichen Wertekodex kollidiert und daher automatisch zum Anziehungspunkt krimineller Milieus wird.

    Sexarbeit ist aus historischen und moralischen Gr√ľnden keine Arbeit wie jede andere. Das hei√üt m.E. jedoch nicht, dass man sie ungleich behandeln m√ľ√üte. Menschen sind ja durch unterschiedliche Lebenssituationen auch nicht einer wie jeder andere. Und dennoch haben wir den hohen ideologischen Anspruch, sie gleich zu behandeln, ihnen gleiche Rechte und Chancen zu gew√§hren. Der einzige Grund, weshalb wir das im Falle der Sexarbeit nicht tun, sind Vorurteile und moralische Bedenken – ebenso wie aufgrund von Vorurteilen und moralischen Bedenken bspw. homosexuelle Paare nicht heiraten oder Kinder kriegen d√ľrfen. Diese Ungleichbehandlung, dass man einigen Rechte gew√§hrt und anderen aufgrund von Hautfarbe, Alter, sexueller Orientierung oder eben Berufswahl nicht, das ist Diskriminierung. Die Diskriminierung von Sexarbeitern ist das direkte Resultat daraus, dass wir als Gesellschaft nicht erlauben, dass es ein Job wie jeder andere sein darf.

  44. Thomas H.
    28. Mai 2013 um 21:34

    Ich habe den zwar Spiegelartikel boykottiert, empfand aber diese Antwort als unterhaltsamsten Teil meines heutigen Abends. Gut geschrieben und mit verständlichem aber gut verpacktem Zorn und sympathischem Humor.

    Danke dir nochmals ausdr√ľcklich f√ľr deine politische Arbeit, insbesondere auch bei den Piraten. Ich stehe voll und ganz hinter den neuen Punkten und bin stolz, dass wir als Partei sie jetzt im Wahlprogramm vertreten.

    Gruß aus Hannover

  45. Michaela
    28. Mai 2013 um 23:58

    Ich finde es gut, dass es jetzt mehr Konkurrenz aus Osteuropa gibt. Das kann f√ľr uns Sex-Workerinnen auch ein Ansporn sein, qualitativ hochwertigere Angebote zu machen – wie in anderen Branchen auch. Innovation entsteht eben in der Regel durch solch einen Marktdruck. Insofern bin ich Rum√§ninnen oder Bulgarinnen sogar dankbar, dass sie z.T. ganz neue Preissegmente erschlie√üen.

    Beckers Artikel mag aus politischer Sicht misslungen und unfair sein. Andererseits … die Breitenwirkung l√§sst sich recht schnell monetarisieren, und daraus entstehen dann wiederum Freir√§ume f√ľr die politische Arbeit.

  46. Bernd
    29. Mai 2013 um 07:21

    Eine ebenso tiefgr√ľndige wie lesenswerte Stellungnahme. Der Authorin sei gedankt und k√ľnftig lese ich lieber diesen Blog als das journalistisch leider heruntergekommene “Nachrichtenmagazin”, dass sich der Boulevardpresse in Riesenschritten ann√§hert.

    Warum bist Du nicht zumindest nebenberuflich Journalistin? Du hast das Zeug dazu.

    Lieben Gruss / Bernd

  47. Lena
    29. Mai 2013 um 08:16

    Danke, Carmen f√ľr Dein Engagement, den Willen aus der Deckung zu kommen und dann im Sturm stehen zu bleiben und weiter zu argumentieren! Das hier ist wirklich ein Lehrst√ľck in Pressearbeit, wie es kein Workshop zum Thema je bieten w√ľrde.

  48. Tilopa
    29. Mai 2013 um 08:28

    Ich glaube, wir erleben hier gerade zum ersten Mal, wie einem m√§chtigen Medienkonzern wegen diffamierender und unseri√∂ser Berichterstattung √ľber die Sexarbeit einigerma√üen erfolgreich die Stirn geboten wird. Dass sich Sven Becker zu einer Stellungnahme auf deine Gegendarstellung gezwungen sah (und dabei aus meiner Sicht ziemlich unsouver√§n r√ľberkommt), sehe ich als riesigen Erfolg, vielleicht sogar als kleinen Meilenstein im Kampf f√ľr die Rechte der Sexarbeiter.

    Deine politische Arbeit und dieser Artikel hatten einen entscheidenden Anteil daran und die hier verlinkten Stellungnahmen und Gegendarstellung aus verschiedenen anderen Perspektiven zum noch weitaus hetzerischeren Hauptartikel sind ebenfalls gro√üe Klasse und sehr lesenswert – und werden erst dadurch √ľberhaupt einer breiteren √Ėffentlichkeit bekannt.

    Hier ist der Beweis, dass Gegen√∂ffentlichkeit funktionieren kann. Vielen, vielen Dank daf√ľr und weiter so!

  49. Kraven
    29. Mai 2013 um 08:39

    Ich wollte den folgenden Text, eigentlich direkt unter die Gegendarstellung im Spiegel setzen, aber dem Spiegel ist mein Text zu lang. Da ich hier eh eine Kopie posten wollte, kommt der Text jetzt halt komplett hierher, in der Hoffnung, dass der Herr Sven Becker hier auch mitliest:

    Zitat Sven Becker: “Unfair wird es jedoch, wenn Betroffene anschlie√üend nicht bei der Wahrheit bleiben.”

    Und wo bleibt Carmen nicht bei der Wahrheit? Okay, gucken wir uns mal Ihre Gegendarstellung und die Punkte darin an und den Text von Carmen:

    Zitat Sven Becker: “Ich hatte Carmen den groben Verlauf des Textes vor Erscheinen schriftlich geschildert. Ihr muss also klar gewesen sein, dass es ein Text √ľber sie wird.”

    Sie behauptet nichts anderes. Man kann aus einer entt√§uschten Mail an Sie, die sie auf ihrere Seite zitiert sogar herauslesen, dass sie erkennt, dass es in dem Text √ľber Sie geht:

    Zitat Carmen: “Hatte ich nicht mehrfach betont, dass ich mir einen seri√∂sen Artikel √ľber mein Thema w√ľnsche und keinen √ľber meine Person? Ich hatte dir zugetraut, einen solchen zu verfassen und bin entt√§uscht. Ich werfe dir nichts vor. Es war ein Experiment und Experimente scheitern. Daraus lernt man.

    Ich bin inhaltlich mit meinen Zitaten einverstanden, auch wenn ich sicherlich interessantere Dinge als diese in unserem Gespr√§ch ge√§u√üert habe.”

    Nächster Punkt, den Sie hier äußern:
    Zitat Sven Becker: “Auf viele Leser muss der Eintrag so wirken, als ob ich die Wahrheit gebogen h√§tte, um an eine bessere Geschichte zu kommen. Das weise ich zur√ľck. Auf zwei Passagen m√∂chte ich ausf√ľhrlicher eingehen.”

    Hier geht nicht heraus, wo in dem gesamten Text nun die L√ľgen sind, deshalb kann ich auch nur auf die zwei Passagen eingehen, die Sie hier exemplarisch anf√ľhren:

    Zitat Sven Becker: “Um es klar zu sagen: Ich habe Carmen die w√∂rtlichen Zitate vorab zugeschickt und Carmen hat sie freigegeben. Es gab zwischen uns eine Diskussion, ob wir die Zitate mit ihrem Berliner Akzent versehen oder nicht. Ich habe das zun√§chst vorgeschlagen, Carmen hat es jedoch abgelehnt. Alle Zitate sind am Ende in Hochdeutsch erschienen. [...] Als Leser muss man denken, dass sie – gegen ihren Willen – mit Berliner Akzent zitiert wird.”

    Nun, dass die Zitate freigegeben wurden, hat Sie offen zugegeben (steht in dem oben zitierten Text von ihr). Was den Dialekt angeht, steht in Ihrem Text nur, dass Sie sie darum gebeten hat, sie so nicht zu zitieren:

    Zitat Carmen aus ihrer Mail an Sie: “Wenn du noch ein gutes Haar an mir lassen willst, zitiere mich wenigstens auf Hochdeutsch! Wenn du mich beeindrucken willst, schreibe einen Artikel √ľber Prostitutionspolitik, die rechtliche und politische Situation von Sexarbeitern, meine politische Arbeit ‚Äď irgendetwas, das mich als Menschen ernst nimmt und mit einem seri√∂sen Anliegen pr√§sentiert. Was ich hier lese, droht eine Posse √ľber eine schn√∂de Nutte zu werden, die nicht ordentlich sprechen kann. Darauf k√∂nnte ich und kann die Sache, f√ľr die ich k√§mpfe, ebensogut verzichten.

    Bitte, tu mir das nicht an!”

    Zitat Carmen nach der Mail in ihrem Blogeintrag: “Nun, was ist daraus geworden ‚Äď ein Artikel √ľber Prostitutionspolitik oder belangloser Wisch, den man so (nur in weniger S√§tzen) auch in der BILD-Zeitung h√§tte lesen k√∂nnen? Im aktuellen SPIEGEL 22/2013 kann sich jeder selbst ein Bild machen.”

    Ja, der Leser kann den Eindruck bekommen, sie w√§re nicht auf hochdeutsch zitiert worden, aber behaupten tut sie das in Ihrem Text nicht. F√ľr mich pers√∂nlich war es im Endeffekt egal, ob sie mit Akzent oder in Hochdeutsch zitiert wurde, der Eindruck den ich aus Ihrem Blogartikel mitgenommen habe, ist der dass Sie zumindest dem Wunsch √ľber ihre politische Arbeit und Ihre Inhalte zu berichten, so nicht nachgekommen sind. Und ob Sie nun noch ein gutes Haar an ihr gelassen haben oder nicht (hochdeutsch oder Berliner Dialekt) ist da eher zweitrangig, denn das Kind ist da schon in den Brunnen gefallen. Auf jeden Fall sehe ich auch an diesem Punkt nicht, dass Carmen nicht bei der Wahrheit geblieben w√§re.

    Nächster Punkt:
    Zitat Sven Becker: “Dazu muss man sagen, dass uns Carmen zun√§chst vier Bilder zugeschickt hat, auf denen man sie erkennen kann – wozu auch das von ihr pr√§ferierte Bild mit der Hand vor dem Gesicht z√§hlt. Dar√ľber haben wir uns sehr gewundert, da sie im Gespr√§ch immer wieder betonte, dass sie ihre Privatsph√§re sch√ľtzen wolle. Wir haben Sie deswegen darum gebeten, das nun abgedruckte Foto zu nutzen. Carmen hat ausdr√ľcklich ihr Einverst√§ndnis zu diesem Bild gegeben. Um sicher zu gehen, dass sie nicht erkannt wird, haben wir noch das Gesicht auf dem Bild verdunkelt. Unsere Bildredaktion widerspricht Carmens Behauptung ausdr√ľcklich, wir h√§tten das Dekollet√© ausgeleuchtet.”

    Dass sie mit dem Bild einverstanden war, sagt sie auch in ihrem Blog. Allerdings lese ich nirgends raus, dass sie auch mit einer Nachbearbeitung einverstanden gewesen wäre. Wäre es da nicht fair gewesen, nochmal nachzufragen?
    Und ansonsten hat sie zugegebenerweise erst nach der Ank√ľndigung zu der Gegendarstellung von Ihnen noch einen Nachtrag geschrieben. Darin hei√üt es:

    Zitat Carmen: “Darin wird er vermutlich erkl√§ren, dass die Sache mit dem Foto ein bedauerliches Mi√üverst√§ndnis sei und man mich und meine Privatsph√§re durch die Abdunklung des Bildes nur h√§tte sch√ľtzen wollen. Daher habe ich oben an gegebener Stelle mal das von mir pr√§ferierte Foto hinterlegt, das zwar weniger schwarz-rot-verrucht daherkommt, aber auch ohne die Hilfe von Photoshop bereits anonym gewesen w√§re.”

    Wäre es also wirklich nur um die Anonymität gegangen, hätten Sie durchaus auch das andere Bild nehmen können. Und ja, sie hat gesagt, dass Dekolleté wäre ausgeleuchtet worden. Das mag, wenn man es wörtlich nimmt tatsächlich nicht stimmen. Aber ob nun ein Bereich ausgeleuchtet wird (was ich als Aufhellen des Bereichs verstehe) oder die anderen Bereiche abgedunkelt werden, hat denke ich mal den gleichen Effekt, nämlich dass das Dekolleté deutlich stärker hervorgehoben ist.
    F√ľr mich entnehme ich dem Text, dass das Foto nachbearbeitet wurde (was keine L√ľge ist) und dadurch das Dekollet√© deutlicher hervorgehoben wurde (was ich jetzt nicht beurteilen kann, da ich nur das Original aus Carmens Blog kenne, kann mir aber vorstellen, dass wenn man das Gesicht abdunkelt entsprechend nur noch das Dekollet√© √ľbrig bleibt). Ob das jetzt technisch durch “Ausleuchten” des Dekollet√©s geschehen ist (was dann wohl die “L√ľge” w√§re) oder durch Abdunkeln des Gesichts, macht f√ľr mich jetzt keinen gro√üen Unterschied.

    Abschlie√üend kann ich nur sagen: Ich sehe wenig, was Ihre Aussage st√ľtzt Carmen w√§re nicht bei der Wahrheit geblieben. H√∂chstens k√∂nnte man ihr unterstellen, dass Sie durch geschickte Formulierungen gewisse Eindr√ľcke erweckt, das kann man aber in deutlich h√∂herem Ma√üe von Ihrem Spiegel Artikel (zumindest die Teile, die ich in Carmens Blog lesen konnte) sagen. Und wenn es schon ein “Qualit√§tsjournalist”, wie sie es nicht schafft, solche Eindr√ľcke zu wecken, dann m√ľssen Sie das einer (Zitat Carmen:)”schn√∂den Nutte” doch wohl nachsehen k√∂nnen, oder?

  50. AG
    29. Mai 2013 um 12:21

    Das erinnert mich ein wenig an eine Paneldiskussion auf einer Convention einer anderen Subkultur. Um mal zu paraphrasieren:

    When I get a request from the media, they usually contain the sentence “We realize that [subculture] has had a bad run in the media, but *we* intend to…”
    In the business, that’s what we call “Bullshit”.

  51. Siegfried Koslowski
    29. Mai 2013 um 13:24

    Nur damit es auch ins Netz kommt, auch hier mein Kommentar , der gleich bei SpOn druntergesetzt wird.

    Werter Sven Becker und √ľbrige Spiegel-Redaktion,

    bedauerlicherweise erweckt die ver√∂ffentlichte Darstellung seitens der ‚ÄěCourtisane Carmen‚Äú einen derartig schl√ľssigen Eindruck, da√ü ich mir diesen – wom√∂glich sogar k√§uflich erworbenen – Spiegel auch vorhalten werde;
    Nach reiflicher Überlegung, ob und wie mich als Gelegenheits-Senf-Dazugeber zu dem regelmäßigst öffentlich dethematisierten Thema (neben dem Umgang mit dem Tod) äußern könnte.
    Abgesehen davon, da√ü sich “Carmen” aller vorraussicht nach unter Anwendung eines sprachlichen Stilmittels, der Ellipse, der Niederschrift von Widerworten bzgl. des Berlinerns in der Schrifstprache “schuldig gemacht” hat, hat sie die dem real existierenden Zitat ‚ÄöWenigstens hat die Bildredaktion des SPIEGELs mein Dekollet√© ordentlich ausgeleuchtet. So kommen gewi√ü keine Zweifel √ľber die Eigenschaften auf, die mich als Expertin zum Thema Prostitutionspolitik f√ľr das “Sturmgesch√ľtz der Demokratie” auszeichnen und interessant machen.‚Äė (s.o.) aus ihrem Blog folgend, anscheinend die Ver√§nderung der visuellen Wahrnehmung durch die Manipulation eines bereitgestellten, rechtlich gesch√ľtzten Bildes zwecks Ver√∂ffentlichung kritisiert.
    Ich bin √ľberzeugt davon, dass es eurer BILDRedaktion (ein Schelm, wer sich b√∂ses ob der Gro√üschreibung denkt) klar ist, da√ü der Kontrast zwischen den Feldern eines Schachbretts zerflie√üt, wenn man die Schwarzen mit 100% Wei√ü √ľbert√ľncht; Die TAZ soll vor ein paar Jahren den ‚Äď ich bezeichne es mal als politischen Inhalt der Rede eines ber√ľhmten Staatsoberhauptes ‚Äď auf der Titelseite, durch eine Ellipse persifliert haben.
    In der Hoffnung, beiden Seiten ein Schmunzeln zu entlocken und eine √úberarbeitung oder vollst√§ndige Ver√∂ffentlichung des Gespr√§chs auf SPON und/oder der Seite der ‚ÄěCourtisane Carmen‚Äú stelle ich das auf beiden Seiten ein und hoffe, keine weitergehende Verbal-Mensur zu initiieren.

  52. Lastknightnik
    29. Mai 2013 um 15:33

    Hallo Carmen,
    mit gro√üem Interesse habe ich Deine Gegendarstellung gelesen und m√∂chte mich daf√ľr bedanken, da√ü Du mir (und hoffentlich auch einigen meiner Lesern) dieses Politikfeld zur Besch√§ftigung er√∂ffnet hast – ich bin da richtig blank bei dem Thema, hole das aber nun nach.
    Des weiteren ebenso ein Dankesch√∂n f√ľr den Mut, sich dem Spiegel entgegenzustellen und ihn zu entlarven – sowie ihn ein wenig in die Selbstentlarvung zu treiben, man blicke sich nur mal die exakte Aufmachung der Gegendarstellung an. Das ist nicht nur tendenzi√∂s, sondern auch sehr interessant…
    http://lastknightnik.wordpress.com/2013/05/29/die-welt-der-gegendarstellungen/

  53. Troll
    29. Mai 2013 um 17:59

    Danke das ich deine Seite finden durfte. Werde ich mir merken :-)

    “…Konsequenz ist: Deine Quellen werden sich gut √ľberlegen, in welcher Weise sie dir das n√§chste Mal begegnen oder ob sie √ľberhaupt je wieder mit dir zusammenarbeiten….”

    Genau richtig, die Konsequenz ist, das man mit Journalisten gar nicht mehr redet!
    Es ist traurig was aus dem Journalismus geworden ist. Ich bin froh, das ich bessere und fundierter Infos aus der Blogsphäre lesen kann.

  54. perspective
    29. Mai 2013 um 18:08

    Was verzerrte Berichterstattung betrifft — mir geht bei Diskussionen zum Thema Prostitution immer die Penn & Teller’s Bullshit Folge “Prostitution” durch den Kopf ( http://www.youtube.com/watch?v=EWjb307ueIk falls noch online). Die Macher der Serie beziehen auch Position, stehen dazu das ein Hauptziel Unterhaltung ist, und zerlegen die T√§tigkeit in potenziell (aber nicht notwendigerweise) problematische Teilkomponenten (Menschenrechtsverletzungen, extreme Gefahr, Gesundheitsrisiken, Ausbeutung und Sklaverei). Vielleicht leicht Off-Topic, aber basierend auf den bisherigen Kommentaren hier w√ľrde mich dazu die Meinung interessieren.

  55. Mark Dominik B√ľrkle
    29. Mai 2013 um 23:56

    Hallo Carmen,

    bis ungef√§hr zu “Resepkt” bin ich gekommen — Deinen ansonsten fehlerfreien Text willst Du vielleicht an dieser Stelle korrigieren.

    Salut,
    mdb

    ProstG – gute Frage: nur drei!

  56. norb weite
    30. Mai 2013 um 12:08

    n.w.
    Hier macht internet freude!
    Ich bewege mich gerade neu, wegen der “deutsch bordell” titelgeschichte von …..,vermehrt in den Block+Internet Foren.
    An dieser stelle m√∂chte ich mit Verlaub der Diskusion, dieses “altem wie aktuellem hochbrisantem Thema” mehr Hintergrundinfos mitgeben:
    http://www.donacarmen.de/

    Danke f√ľr die “frische brise” in dieser muffigen DE Medienlandschaft
    Gruß norb

  57. Marleen
    30. Mai 2013 um 13:30

    Hey Carmen,
    voll super diese Gegendarstellung und das sie offenbar von sehr vielen wahrgenommen wurde. Schade dass es keine Gesetze gibt, die die Pers√∂nlichkeitsrechte bei respektlosen Artikeln √ľber einen sch√ľtzen (oder gibt es sowas?). Der Sven Becker hat ja mMn schon rufsch√§digend geschrieben.
    Vielleicht w√§re es eine gute Idee, wenn wir Richtlinien aufstellen, von denen wir erwarten, dass Journalist_innen sie einhalten, wenn sie √ľber uns berichten (eine Vertragsvorlage w√§re daf√ľr auch ne gute Idee). Dann wird es zwar wohl weniger Artikel geben, aber daf√ľr auch deutlich weniger sch*** Artikel, die man sich hinterher am liebsten in Arsch schieben w√ľrd.
    LG, Marleen

  58. Tanja Regensburg
    30. Mai 2013 um 18:25

    Mein Kommentar bei Spiegel Online, ….

    faszinierend zu lesen, wie sich ein “Profi” selbst demontiert und zugibt, dass die Art und das Ziel der Berichterstattung bereits im Vorfeld fest stand, und es nicht darum ging sich mit Carmen, ihren Argumenten, und ihrer politischen Arbeit auseinander zu setzen, sondern tendenziell darum Vorurteile zu bedienen.

    Sie unterstellen Carmen hier ganz dreist nicht bei der Wahrheit zu bleiben, geben aber gleichzeitig zu dass ihnen die Wahrheit egal ist, Hauptsache ihr Artikel passt ins vorgegebene Schema.

    Wenn ich mir den Titelbericht ansehe, der angeblich nach Recherche geschrieben wurde, da biegen sich die Balken, wie die Wahrheit durch Verschweigen von Tatsachen, Selbstinterpretation ohne den Anspruch sich wirklich mit dem Thema zu beschäftigen gebogen wird.

    Das Angebot durch Kolleginnen von mir Einblick zu geben, und eine ausgewogene Argumentation die verschiedene Sichtweisen zeigt, haben ihre Kollegen ja rigeros ignoriert.

    Wie f√ľhlt man sich, wenn man Ideale aufgibt, und nur noch f√ľr den Kommerz schreibt?

    Wie schrecklich muss es sein zu erkennen, dass Sexarbeiterinnen keine dummen Frauen sind, die sich nicht wehren k√∂nnen, sondern sie noch mit ihren eigenen Waffen schlagen und es auch durchaus Kolleginnen gibt, die ihnen und ihrer Redaktion intelektuell √ľberlegen sind, so dass sie nur noch mit trotzigen Kommentaren versuchen k√∂nnen sich herauszuwinden, aus dem, was offensichtlich wurde.

    Mit dieser Art der Berichterstattung haben sie unserem Kampf f√ľr unsere Rechte einen gr√∂√üeren Dienst erwiesen, als ihnen lieb sein kann.

    Vielen Dank daf√ľr, dass jetzt immer mehr Menschen uns wahrnehmen, und sich unsere Argumente und unsere Erfahrungen anh√∂ren, um sich selbst ein Bild zu machen.

    Carmen ich gratuliere dir zu deiner geschliffenen Gegenwehr!
    Du hast erfolgreich Flagge gezeigt.

    MfG Tanja

  59. carmen
    30. Mai 2013 um 19:07

    @Marleen: Es gibt irgendein Gesetz, dass man klagen kann, wenn man pers√∂nlich beleidigt oder rufsch√§digend √ľber einen berichtet wurde. Ich wei√ü nicht, welches. Ob das in diesem Falle gegeben ist? Ich bezweifle es. Wie schon jemand unter Beckers Gegengegendarstellung erl√§uterte, wurde nicht “falsch” (was auch immer wahr und falsch ist) berichtet, sondern tendenzi√∂s. Im Zweifelsfall redet man sich da immer mit Meinungs- oder Pressefreiheit raus. Alles in Allem denke ich nicht, dass es irgendwelche konstruktiven Punkte f√ľr unsere Sache br√§chte, einen solchen Prozess zu f√ľhren. Nein, ich hatte die Gelegenheit durch den Wind, den meine Gegendarstellung im Web verursacht hat, gleich noch unsere politischen Positionen und Argumente anzubringen. Ich bin mehr als zufrieden mit diesem Ergebnis.

  60. iMichi
    30. Mai 2013 um 22:53

    Schon traurig, echt.

  61. ER_win
    31. Mai 2013 um 13:11

    @carmen + marleen

    als “Rechtslaie” tippe ich auf StGB ¬ß185, 186, 187 – die ev. in Frage k√§men…

    http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/BJNR001270871.html#BJNR001270871BJNG005102307

    Allerdings w√ľrde ich – insbesondere falls sich kein Anwalt findet, der das “pro bono” √ľbernimmt – von einer entsprechenden Klage absehen. Obwohl eine solche nat√ľrlich ein nicht zu untersch√§tzendes Potential an √Ėffentlichkeits-Wirksamkeit h√§tte ;)

    btw. @carmen – ich hab’s auch mal im Joy verlinkt, obwohl da in der Gruppe wenig los ist, aber schadet ja nicht…

  62. Thorsten
    2. Juni 2013 um 13:06

    @Tilopa: Danke f√ľr deinen Kommentar zur englischen Ausgabe des Spiegel-Artikels. Mir w√§re sonst dieser hervorragende Beitrag verborgen geblieben.

    http://www.spiegel.de/international/germany/human-trafficking-persists-despite-legality-of-prostitution-in-germany-a-902533.html

    @Carmen: Deine Gegendarstellung mu√ü ich nicht mehr positiv kommentieren – das wird ja von praktisch allen Kommentaoren getan. Aber auch deine Replik auf ‘Me’ ist an Schl√ľssigkeit und Logik nicht zu √ľberbieten. Danke

  63. Zerinnerung
    3. Juni 2013 um 02:17

    Hallo Carmen,

    wird es noch ein zweites Gespr√§ch in der Wrintheit mit Holger Klein geben? Ich, und auch bestimmt viele andere, w√ľrden sich sicherlich dar√ľber freuen.
    Vielleicht sogar ein Gespräch zu dritt mit dem Herrn Becker.

    LG Zerinnerung

    PS: Annett Meiritz von SPON ist noch schlimmer (;.

  64. Marvin
    3. Juni 2013 um 19:53

    Offener Brief von Dona Carmen e.V. zur geplanten Versch√§rfung der Prostitutionsgesetze (ein Schelm, wer einen Zusammenhang zur j√ľngsten Berichterstattung des Spiegel und anderer Konzernmedien sieht).
    Dort wird noch einmal hervorragend ausgearbeitet, wie weit die Prostitutionsgegner auf Kriegsfuß mit der Realität stehen:
    http://www.donacarmen.de/wp-content/uploads/2013/06/PM-10-Erkl%C3%A4rung-Bundestag1.pdf

  65. Patrick Henkelmann
    5. Juni 2013 um 17:13

    Mein Artikel in der Bochumer Stadt- und Studierendenzeitung (:bsz) √ľber die Titelgeschichte des Spiegels vom 27. Mai und die Stellungnahme von Do√Īa Carmen e.V. dazu:
    Der Spiegel macht Stimmung gegen Prostitution. ‚ÄěBordell Deutschland‚Äú
    http://www.bszonline.de/artikel/%E2%80%9Ebordell-deutschland%E2%80%9C

  66. Matthias Lehmann
    12. Juni 2013 um 15:35

    Der Vollst√§ndigkeit halber sei hier auch noch der Link zur teils k√ľrzeren, teils erg√§nzten englischen Version des ‘Menschenhandel Heute’-Artikels aufgef√ľhrt, ver√∂ffentlicht auf Feminist Ire.

    Does legal prostitution really increase human trafficking in Germany?
    http://feministire.wordpress.com/2013/06/06/does-legal-prostitution-really-increase-human-trafficking-in-germany/

  67. Lisa W.
    16. Juni 2013 um 21:03

    Das Niveau des Spiegels sinkt seit 2006 (gef√ľhlt) kontinuierlich. Das hier ist jetzt einfach nur noch ein tragischer, √∂fftlich zu verfolgender, Tiefpunkt, leider auf deine Kosten.

    Geld f√ľr den Spiegel ausgeben, das mache ich schon lange nicht mehr. Jetzt werde ich nur in meiner Meinung best√§rkt.

    Lisa (25, Akademikerin und ich glaube, das ist mein und dein Problem. Vielleicht sollte der allgemeine Spiegelleser, der angesprochen werden sollte, dem BILDLeser eher gleichen. Das du als Sexarbeiterin nun auch noch eine hohe Intelligenz besitzt, welch dramatische Eigenschaft. Skandal!)

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