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	<title>courtisane</title>
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	<description>independent ⋅ escort ⋅ berlin</description>
	<pubDate>Thu, 24 Nov 2011 22:38:27 +0000</pubDate>
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		<title>Studie zu Studentenprostitution</title>
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		<pubDate>Thu, 19 May 2011 09:17:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>carmen</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Vor kurzem hatte ich hier zum Thema Studentenprostitution geschrieben und eine laufende Studie des Studienkollegs vorgestellt. Diese Studie ist nun offenbar gestern released worden, so schreibt der Tagesspiegel [Link]. Obwohl ich mich an der Studie beteiligt und meine Kontaktdaten mit der Bitte um weitere Infos dagelassen hatte, habe ich keine Nachricht mehr von denen bekommen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor kurzem hatte ich hier zum Thema Studentenprostitution geschrieben und eine laufende Studie des Studienkollegs vorgestellt. Diese Studie ist nun offenbar gestern released worden, so schreibt der Tagesspiegel [<a href="http://www.tagesspiegel.de/berlin/jeder-dritte-berliner-student-kann-sich-prostitution-als-job-vorstellen/4186434.html">Link</a>]. Obwohl ich mich an der Studie beteiligt und meine Kontaktdaten mit der Bitte um weitere Infos dagelassen hatte, habe ich keine Nachricht mehr von denen bekommen und daher natürlich auch nichts von der Release gestern gewußt. Schweinerei!<span id="more-470"></span></p>
<p>Der Tagesspiegelartikel stürzt sich natürlich wieder auf die Frage, ob sich Studenten aus Geldnot prostituieren. Ja, natürlich tun sie das. Dass sich unter den Studenten, die finanzielle Rücklagen haben oder von ihren Eltern unterstützt werden, weniger prostituieren, als unter denen, die keine solche Unterstützung erhalten, finde ich völlig logisch und keine große Erkenntnis. Aber hier wird es halt wieder dargestellt, als sei das etwas, was nur für Prostitution gelte. Natürlich nicht, es gilt für alle anderen Nebenjobs genauso! Trotzdem fragt keiner danach, in welchen anderen Metiers sich Studenten aus Geldnot noch so prostituieren. Ich glaube, der Anteil an Studenten, die Schulden haben oder keine finanzielle Unterstützung von ihren Eltern erhalten ist generell unter denen größer, die neben dem Studium jobben. Klar, wenn ich Kohle habe, muß ich nicht nebenbei als was auch immer arbeiten gehen. Keiner fragt danach, wieviele Studenten in anderen Nebenjobs ausgebeutet werden oder was mit &#8220;Ausbeutung&#8221; hier überhaupt gemeint ist? Mangelnde Wertschätzung der Arbeit, geringer Stundenlohn, lange Arbeitszeiten, sinnlose Aufgaben? Das Gefühl, darunter zu leiden, habe ich als studentische Prostituierte genau nicht - daher habe ich mir diesen Job aus freien Stücken ausgesucht. Worunter ich leide, ist die Doppelmoral der Gesellschaft, sind die Kommentare derer, die mir ob meiner Entscheidung Dummheit oder Opfertum unterstellen, die mich für unwert erklären, weil ich aus freien Stücken sexuelle Dienstleistungen anbiete. Die Bezahlung als Prostituierte ist gut, ich muß nicht viel Zeit für den Broterwerb aufwenden und ich kann mir meine Arbeitszeiten völlig frei gestalten. Wieviele Studenten in anderen Nebenjobs können das von sich behaupten? Das interessiert komischerweise niemanden. Ich finde, die nächste Studie sollte sich mit einem Vergleich von Prostitution als Nebenjob mit anderen Nebenjobs befassen und mal herausarbeiten, ob es studentischen Prostituierten tatsächlich so viel schlechter damit geht - wie das immer völlig vorurteilsbehaftet von gerade denen behauptet wird, die noch nie ein Bordell von innen gesehen haben. Unbeachtet bleibt, wie immer, die Tatsache, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der wir alle dem Zwang, für unser Überleben Geld verdienen zu müssen, ausgeliefert sind. Der eine entscheidet sich dafür, seinen Lebensunterhalt als Call-Center-Agent zu bestreiten, der andere entscheidet sich für Sexarbeit. So what!?</p>
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		<title>Studentenprostitution</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Feb 2011 18:28:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>carmen</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[carmen]]></category>

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		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>

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		<description><![CDATA[In diesem Artikel geht es um studentische Prostituierte und den Aspekt, dass diese viel weniger ausgebeutet werden, als bspw. Zwangs-Kellner, Zwangs-Telefonisten, Zwangs-Würstchenverkäufer und ähnliche Angestellte. Es geht um die Doppelbödigkeit des gesellschaftlichen Schocks über steigende Zahlen von Studenten in der Sexarbeit und die Sinnhaftigkeit der Entscheidung für Prostitution als Erwerbsquelle.
Studentenprostitution
Das Wort &#8220;Studentenprostitution&#8221; höre ich - [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In diesem Artikel geht es um studentische Prostituierte und den Aspekt, dass diese viel weniger ausgebeutet werden, als bspw. Zwangs-Kellner, Zwangs-Telefonisten, Zwangs-Würstchenverkäufer und ähnliche Angestellte. Es geht um die Doppelbödigkeit des gesellschaftlichen Schocks über steigende Zahlen von Studenten in der Sexarbeit und die Sinnhaftigkeit der Entscheidung für Prostitution als Erwerbsquelle.<span id="more-457"></span></p>
<h2>Studentenprostitution</h2>
<p>Das Wort &#8220;Studentenprostitution&#8221; höre ich - schon allein wegen zahlreicher Buchveröffentlichungen mit dieser Thematik - in letzter Zeit öfter. Meist schwingt darin der bevormundende und diskriminierende Gedanke mit, es handle sich um arme Studenten, die aufgrund der hohen Studiengebühren in die Prostitution gezwungen werden. Es sei erschreckend und alarmierend, dass die Zahlen studentischer Prostituierter stetig zunähmen, wobei der gesellschaftliche Schock vor allem darin begründet liegt, dass der Terminus &#8220;Prostitution&#8221; in erster Linie synonym zu &#8220;Sexarbeit&#8221; und erst in zweiter zu &#8220;Ausbeutung&#8221; gedacht wird. Studentenprostitution bedeutet also die sexuelle Ausbeutung von Studenten, die dies aufgrund äußerer Zwänge (Studiengebühren) über sich ergehen lassen müssen.</p>
<p>Natürlich ist Ausbeutung, nicht nur von Studenten, und sind Studiengebühren abzulehnen. Doch warum sorgt man sich gerade so um jene Menschen, die sich zum Zwecke des Geldverdienens für eine Erwerbstätigkeit im Bereich der Sexarbeit entscheiden? Warum fragt niemand nach der Ausbeutung von Studenten im Call-Center, in der Frittenbude oder am Zeitungsabo-Stand? Warum sprich niemand von Zwangs-Kellnern, Zwangs-Nachhilfelehrern oder Zwangs-Sekretären? Wir alle (nicht nur Studenten) sind gezwungen, Geld zu verdienen und uns einen Job zu suchen. Aber gerade Studenten haben es schwer, angemessene (d.h. weder ausbeuterische, noch entwürdigende, noch anspruchslose) Erwerbsquellen zu finden, da sie weder eine abgeschlossene Ausbildung vorweisen, noch Vollzeit arbeiten können. Viele Studenten sind deshalb gezwungen, in bescheuerten Jobs, für bescheuerte Chefs, für geringen Stundenlohn zu arbeiten. Je geringer der Stundenlohn, desto mehr Zeit geht für die Erwerbstätigkeit drauf, desto weniger Zeit bleibt für das Studium.</p>
<p>Das ist die prekäre Situation, der sich Studenten allerorts gegenüber sehen, und hierbei sind Ausbeutungsverhältnisse wie unbezahlte Praktika oder sonstige unbezahlte Tätigkeiten zum Zwecke der Aufhübschung des Lebenslaufes, wie sie weithin (z.B. am Goethe-Institut) üblich sind, noch nicht bedacht. Dennoch wird das Problem der Ausbeutung studentischer Arbeitskraft allein im Bereich der Sexarbeit thematisiert. Gerade diesen Bereich, in dem ich seit 3 Jahren als Studentin selbstständig arbeite, empfinde ich jedoch als am wenigsten ausbeuterisch von allen, sich mir als Studentin bietenden Möglichkeiten des Gelderwerbs.</p>
<p>Hier arbeite ich selbstbestimmt und unabhängig. Ich bin mein eigener Chef, ich kann meinen Kopf und meinen Willen durchsetzen und bin niemandem verpflichtet oder Rechenschaft schuldig. Ich bestimmte selbst wann, wie lange und wie oft ich arbeite und ich habe einen Stundenlohn, der es mir erlaubt, auch mal frei zu nehmen, wenn am nächsten Tag eine Klausur ansteht. (Der aus meiner Preisliste errechnete Studenlohn von 150€/h muß dadurch relativiert werden, dass neben der eigentlichen Escortbegleitung auch noch Zeit in Marketing, Vorbereitung, etc. investiert werden muß.) Vier bis sechs Stunden Begleitservice im Monat reichen, um meinen Unterhalt zu sichern und mein Studium zu finanzieren. Freunde von mir arbeiten 16 Stunden/Woche, um ebenso viel zu verdienen, müssen sich über ihren Chef oder die Geistlosigkeit ihrer Tätigkeit ärgern. Diese Probleme habe ich nicht.</p>
<p>Das einzige, wirklich gravierende Risiko, das ich als studentische Prostituierte eingehe, ist das des gesellschaftlichen Ruins, der Ausgrenzung und Diskriminierung durch die Gesellschaft, an der ich teilhabe. Dies ist ein alltgäliches Problem, mit dem nicht nur studentische Prostituierte, sondern sämtliche Sexarbeiter konfrontiert sind und das sich u.a. im reißerischen Umgang mit dem Thema &#8220;Studentenprostitution&#8221; äußert. Niemand muß schockiert darüber sein, dass mehr und mehr Studenten Geld als Prostituierte verdienen, der nicht ebenso schockiert darüber ist, dass mehr und mehr Studenten Geld als Telefonisten, etc. verdienen. Niemand muß die Ausbeutung von Studenten in der Sexarbeit beklagen, der nicht auch die Ausbeutung von Studenten in Call-Centern, etc. beklagt. Diese diskursive Abwertung der potentiell vernünftigeren und bewußteren Entscheidung für ein weniger prekäres Arbeitsverhältnis in der Sexarbeit, ist inakzeptabel und doppelbödig. Denn die Probleme von Studenten in der Sexarbeit entstehen in erster Linie nicht durch die Sexarbeit selbst, sondern durch den schlechten Umgang mit ihr, durch mangelnde gesellschaftliche Akzeptanz, die sich u.a. im Schock über steigende Zahlen studentischer Prostituierter zeigt.</p>
<p>Übrigens, eine vierköpfige Projektgruppe des Studienkollegs zu Berlin (Humboldt-Universität) führt gerade eine Studie zum Thema durch, an der sich nicht nur studentische Prostituierte, sondern sämtliche Studierenden beteiligen können und sollen. Fragebogen und Einführungstexte kranken zum Teil an den im obigen Text angedeuteten Vorurteilen, zum Teil an naiver (externer, oberflächlicher) Sicht auf das Thema. Meine Freundin und Kollegin <a href="http://courtisane.de/de/sascha.php">Sascha</a> hat auch bereits persönlich mit dem Team gesprochen und entsprechende Kritik geäußert. Interessieren würde mich das Ergebnis aber auf jeden Fall - vorausgesetzt es wird sachlich und nicht reißerisch aufbereitet.</p>
<p>Zur Studie und zum Fragebogen geht es hier: <a href="http://studentsexwork-study.com/">studentssexwork-study.com</a></p>
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		<title>Hurenball - 30 Jahre Hydra im KitKatClub</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Jan 2011 13:57:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>carmen</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[carmen]]></category>

		<category><![CDATA[de]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit 30 Jahren fungiert der Hydra e.V. als Treffpunkt und Beratungsstelle für Prostituierte in Berlin - jetzt ist die Zeit, dieses Jubiläum mit einer ausgelassenen Party zu begehen. Dazu laden wir euch am 29. Januar 2011 herzlich in den KitKatClub ein. Es ist uns egal, ob ihr selbst SexarbeiterInnen, Freier, Angehörige, Freunde, Verwandte, Sympathisanten oder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit 30 Jahren fungiert der <a href="http://hydra-berlin.de/">Hydra e.V.</a> als Treffpunkt und Beratungsstelle für Prostituierte in Berlin - jetzt ist die Zeit, dieses Jubiläum mit einer ausgelassenen Party zu begehen. Dazu laden wir euch am 29. Januar 2011 herzlich in den <a href="http://www.kitkatclub.org">KitKatClub</a> ein. Es ist uns egal, ob ihr selbst SexarbeiterInnen, Freier, Angehörige, Freunde, Verwandte, Sympathisanten oder einfach nur partybegeisterte Menschen seid.<span id="more-439"></span></p>
<p>Kommt ab 21:00 Uhr und zieht euch verrückt, sexy, elegant, erotisch oder gar nicht an! Der Eintritt kostet 10€ für alle und der Erlös geht direkt an den Hydra e.V., sofern ihr vor 0:00 Uhr erscheint. Also kommt nicht zu spät, es ist für einen guten Zweck, und es lohnt sich auch für euch!</p>
<p>Denn ab 22:00 Uhr beginnen wir mit einem extravaganten Party-Programm. Es treten auf, u.a.: Liad Hussein Kantorowicz, J. Saragosa und Jet Moon. Die Moderation liegt in den entzückenden Händen von Gloria Viagra und es wird bunt, ausgefallen und erotisch.</p>
<p>Feiert mit uns, lernt uns kennen, schaut uns zu, quatscht uns an, involviert euch!<br />
Wir freuen uns auf ein laszives Fest mit euch im KitKatClub.</p>
<p style="color:black; margin:20px; padding:20px; border:thin double white; background-color:#E0E0E0;"><b>Hurenball - 30 Jahre Hydra im KitKatClub</b><br />
29. Januar 2011, ab 21:00 Uhr<br />
KitKatClub, Köpenickerstr. 76<br />
10179 Berlin<br />
<b><a href="http://www.hydra-berlin.de/fileadmin/users/main/pdf/Plakat_Hurenball.jpg">Link zum Flyer</a></b></p>
<ul>
<li><u>Programm</u>: Liad Hussein Kantorowicz, J. Saragosa, Jet Moon, u.a.</li>
<li><u>Moderation</u>: Gloria Viagra</li>
<li><u>Eintritt</u>: 10€ - Der Erlös vor 0:00 Uhr geht direkt an den Hydra e.V. (Charity)</li>
<li><u>Zielgruppe</u>: SexarbeiterInnen, Freier, Verwandte, Bekannte, Freunde von SexarbeiterInnen, Sympathisanten käuflicher Lust, Sozialarbeiter/Berater (Bereich Prostitution), Interessierte, Partyfolk</li>
<li><u>Dress-Empfehlung</u>: verrückt, sexy, elegant, erotisch, partytauglich</li>
</ul>
<p><i>Interessierte SexarbeiterInnen dürfen vor Ort ihre Dienste anbieten. Dafür werden &#8220;Fleißiges Bienchen&#8221;-Buttons an die AnbieterInnen verteilt. Nur wer ein solches Bienchen trägt, bietet seine Dienste an. Belästigungen - weder in Richtung der KundInnen, noch in Richtung der AnbieterInnen - werden nicht geduldet.</i></p>
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		<title>Schärfere Regulierung der Prostitution</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Nov 2010 10:30:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>carmen</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[carmen]]></category>

		<category><![CDATA[de]]></category>

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		<description><![CDATA[Das fordern die Innenminister der Länder, und zwar, haltet euch fest!, weil es angeblich keine belastbaren Hinweise dafür gibt, dass das Gesetz von 2002 einen &#8220;kriminalitätsmindernden Effekt&#8221; gehabt habe (Quelle: SpOn). Diese Behauptung ist so absurd und hanebüchen, dass einem kaum noch was dazu einfällt. Immerhin gibt es überhaupt erst seit der Legalisierung von Prostitution [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das fordern die Innenminister der Länder, und zwar, haltet euch fest!, weil es angeblich keine belastbaren Hinweise dafür gibt, dass das Gesetz von 2002 einen &#8220;kriminalitätsmindernden Effekt&#8221; gehabt habe (<a href="http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,727636,00.html"><u>Quelle</u>: SpOn</a>). Diese Behauptung ist so absurd und hanebüchen, dass einem kaum noch was dazu einfällt. Immerhin gibt es überhaupt erst seit der Legalisierung von Prostitution die Möglichkeit, dem Sexgewerbe auf nicht-kriminelle Weise nachzugehen.<span id="more-429"></span> Erst durch die Legalisierung gibt es Schutzräume, in denen sich seriöse Strukturen entwickeln können, in denen SexarbeiterInnen ihre Rechte wahrnehmen und sich gegen Ausbeutung, Unterdrückung, Diskriminierung, Repression und dergleichen menschenverachtendes Verhalten mehr wehren können. Auch Gesundheits-Vor- und Nachsorge gestalten sich weitaus einfacher, wenn man legal einen seriösen Arzt aufsuchen kann und nicht Angst davor haben muß, von dem gleich an die Staatsanwaltschaft weitergereicht zu werden.</p>
<p>Nicht die Prostitution als solche ist Schuld an kriminellen Strukturen, denn dafür, dass man diesem Job ganz seriös und menschenwürdig nachgehen kann, kenne ich inzwischen genügend Beispiele. Ein schrittweises Verbot der Prostitution brächte keine Verbesserung, sondern würde uns im Gegenteil unserer Möglichkeiten berauben, uns gegen kriminelle Strukturen zur Wehr zu setzen. Es mangelt an Aufklärungsprogrammen, die uns über unsere Rechte zur Gegenwehr informieren. Es gibt zu viele Grauzonen, zu viel Raum für Unsicherheit und Unwissenheit, z.T. kollidieren Gesetze, so dass es keinerlei Möglichkeit gibt, eine Geschäftsidee auf legale Weise zu verfolgen, selbst wenn sie nicht menschenverachtend ist. Für AusländerInnen, die sich u.U. illegal in unserem Land aufhalten, ist es um ein Vielfaches schwerer. Diese Illegalität verhindert, dass die Betreffenden ein freies, unabhängiges und selbstbestimmtes Leben führen können, weil sie sich als Illegale verstecken und über die Ungerechtigkeiten, die ihnen widerfahren, schweigen müssen. Das sind die eigentlichen Probleme, mit denen wir als Prostituierte zu kämpfen haben.</p>
<p>Könnten wir frei und ungezwungen mit unserer Berufswahl umgehen und müßten wir uns nicht vor gesellschaftlicher Doppelmoral, Repression sowie staatlicher Gewalt und Rechtsprechung fürchten, gäbe es viel weniger Möglichkeiten, uns zu unterdrücken, zu erpressen oder auszubeuten - und zwar weil wir aufstehen und für unser Recht auf ein menschenwürdiges Leben kämpfen könnten. Würden wir dieser Rechte wieder beraubt, wären wir trotz Seriosität Kriminelle, die sich im Untergrund verstecken und in einer Parallelwelt leben müßten. Ein Prostitutionsverbot verhindert nicht, dass weiterhin der Prostitution nachgegangen wird, dass weiterhin mit Menschen gehandelt wird, dass Menschen ausgebeutet und schlecht behandelt werden. Ein Prostitutionsverbot verhindert nur, dass Prostitution sich krimineller Strukturen entledigen kann - und zwar weil Prostitution dadurch ausweglos in die Illegalität verbannt wird. Das darf nicht sein!</p>
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		<title>Offener Brief an Fun Factory - mit Antwort</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Oct 2010 13:36:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sascha</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[de]]></category>

		<category><![CDATA[sascha]]></category>

		<category><![CDATA[Hurenstigma]]></category>

		<category><![CDATA[Politik]]></category>

		<category><![CDATA[Putophobie]]></category>

		<category><![CDATA[Sexarbeit]]></category>

		<category><![CDATA[Sexspielzeug]]></category>

		<category><![CDATA[Sextoys]]></category>

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		<description><![CDATA[Bisher habe ich immer recht gerne bei der Firma &#8220;Fun Factory&#8221; eingekauft, da ihre Toys eine ganz gute Qualität haben und auch interessante Formen (wobei ich gerade in letzter Zeit auch oft fand, dass ihre Toys nicht mehr so gelungen gestaltet sind wie früher - aber das nur am Rande) - und nicht zuletzt, weil [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bisher habe ich immer recht gerne bei der Firma &#8220;Fun Factory&#8221; eingekauft, da ihre Toys eine ganz gute Qualität haben und auch interessante Formen (wobei ich gerade in letzter Zeit auch oft fand, dass ihre Toys nicht mehr so gelungen gestaltet sind wie früher - aber das nur am Rande) - und nicht zuletzt, weil die Läden offen und freundlich gestaltet sind und sich nicht verschämt verstecken. Man bekommt auch, wenn man dort einkauft, nicht die üblichen unbeschrifteten schwarzen Tüten, sondern große bunte Papiertüten, die stolz das Firmenlogo tragen. Neulich jedoch hatte ich ein Erlebnis im Berliner &#8220;Fun Factory&#8221;-Store, das mich wirklich sehr verärgert hat. <span id="more-412"></span> Die anwesende Verkäuferin machte mir deutlich, dass die Firma mit Huren und dem ganzen Thema Sexarbeit am liebsten nichts zu tun haben möchte - wahrscheinlich aus Angst, von dem schlechten Image was abzubekommen, das Sexarbeit ja leider noch immer hat. Das ärgerte mich erst recht, weil &#8220;Fun Factory&#8221; nach außen eben so modern und aufgeklärt tut.</p>
<p>Ich habe deshalb einen &#8220;Offenen Brief&#8221; an den Geschäftsführer und Gründer Dirk Bauer geschrieben:</p>
<blockquote><p><em>FUN FACTORY GmbH<br />
Dirk Bauer<br />
Auf dem Dreieck 2-4<br />
D - 28197 Bremen</em></p>
<p><strong><em>Offener Brief einer Sexarbeiterin an die Firma Fun Factory</em></strong></p>
<p><em>Sehr geehrter Herr Bauer,</em></p>
<p><em>vor einigen Tagen hatte ich ein kurzes Gespräch mit einer Ihrer Angestellten im Berliner „Fun Factory“-Store am Hackeschen Markt über die Haltung Ihres Unternehmens zum Thema Sexarbeit. Ich nehme dies zum Anlass, Ihnen zu schreiben.</em></p>
<p><em>Ausgangspunkt war meine Frage an die angestellte Dame, ob ich in der Filiale ein paar Flyer für ein Filmfestival auslegen könne, das die Berliner Hurenorganisation Hydra e.V. (die Ihnen vielleicht ein Begriff ist) anlässlich Ihres 30. Jubiläums veranstaltete. Thematisch schien mir das sehr passend. Die Dame sah sich die Flyer an und meinte, das Wort &#8220;Hure&#8221;, das darauf relativ prominent zu lesen war, stelle ein Problem dar. Wenn sie diese Flyer auslegen würde, bekäme sie Ärger mit der Unternehmensleitung – also mit Ihnen. Es sei ausdrückliche Unternehmenspolitik der Firma Fun Factory, jegliche Berührung mit dem Thema Sexarbeit zu vermeiden. Ich erwiderte, dass ich diese Haltung bedauerlich fände, da sicher auch viele SexarbeiterInnen bei „Fun Factory“ einkauften. Darauf entgegnete die Mitarbeiterin, das glaube sie nicht, da Ihre Spielzeuge ja „sehr hochpreisig“ seien. Des weiteren verwies sie mich an die Unternehmensleitung, wenn ich weitere Anmerkungen oder Nachfragen zur Geschäftspolitik hätte.</em></p>
<p><em>Da mich die Auskünfte Ihrer Angestellten sowohl überrascht als auch sehr geärgert haben, schreibe ich Ihnen. Nicht, dass ich keine Flyer auslegen konnte, ärgerte mich, sondern dass ich erfahren musste, dass ein großes deutsches Unternehmen der Erotikbranche wie Ihres, das sich den Anstrich eines selbstbewussten, emanzipierten und modernen Umgangs mit Sexualität gibt, es dennoch nötig zu haben meint, sich von Sexarbeit abzugrenzen – offenbar um sich als etwas &#8220;Besseres&#8221; darzustellen. Das Bemühen, die Erotikbranche vom Schmuddelimage zu befreien, geht damit auf Kosten derer, die von der Gesellschaft am stärksten stigmatisiert und diskriminiert werden.</em></p>
<p><em>Ihr Geschäftskonzept beruht auf der Prämisse, dass es nicht verwerflich ist, Menschen zu einer erfüllten Sexualität zu verhelfen und damit Geld zu verdienen. Daher halten es Unternehmen wie das Ihre nicht länger für nötig, sich zu verstecken, ihr Geschäft in abgedunkelten Läden abzuwickeln und verschämt schwarze Tüten an die Kunden zu verteilen. Ich finde das sehr begrüßenswert. Warum aber wird Sexarbeit noch immer mit ganz anderen Augen betrachtet? Ich glaube, dass sich eine grundsätzlich positive Haltung gegenüber Sexualität nicht mit der moralischen Verurteilung von (selbstbestimmter) Sexarbeit vereinbaren lässt. Da Ihr Unternehmen eine solche sex-positive Haltung nach außen vertritt, sehe ich in der Abgrenzung von Sexarbeit eine Tabuisierung, die letztlich die gesellschaftliche Doppelmoral gegenüber Sexarbeit bejaht und Sexarbeit als unmoralisch oder anrüchig in die Schmuddelecke abschiebt - bzw. dort belässt. Mit dieser Tabuisierung und Sonderbehandlung des Themas Sexarbeit tragen Sie mit zur gesellschaftlichen Stigmatisierung von SexarbeiterInnen bei.</em></p>
<p><em>Dass gerade Huren sich Ihre &#8220;hochpreisigen&#8221; Toys nicht leisten könnten, ist ja eine eher absurde und widersinnige Idee. Ich finde es mehr als fragwürdig, dass Sie einen Teil Ihrer Kundschaft verleugnen, weil ihr Beruf gesellschaftlich noch immer nicht salonfähig ist. SexarbeiterInnen sind auf dem Gebiet der sexuellen Freude die Profis und ExpertInnen. Sie verwenden Sextoys nicht nur privat wie andere Menschen, sondern auch professionell. Insofern wäre die Tatsache, dass SexarbeiterInnen bei Ihnen einkaufen, viel eher eine Qualitätsauszeichnung für Ihre Produkte als ein Schandmal, das Sie verbergen müssten.</em></p>
<p><em>Mit einer mutigeren und konsequenteren Position könnten Sie dazu beitragen, dass SexarbeiterInnen in Zukunft in der Öffentlichkeit zu Ihrem Beruf stehen können, ohne Diskriminierung fürchten zu müssen.</em></p>
<p><em>Wenn Ihr Unternehmen tatsächlich mit dem Thema Sexarbeit nicht in Verbindung gebracht werden will, ist das für mich ein Grund, in Zukunft nicht mehr bei Ihnen einzukaufen. Vermutlich wird es einigen meiner FreundInnen und KollegInnen ebenso gehen. Ich habe wenig Lust, eine Sextoy-Firma zu unterstützen, die mich als Kundin eigentlich gar nicht haben will, und die die oben beschriebene Doppelmoral mitträgt, die wir SexarbeiterInnen aus den verschiedensten Bereichen der Gesellschaft zur Genüge kennen und satt haben.</em></p>
<p><em>Mit freundlichen Grüßen, </em></p>
<p><em>Sascha<br />
Unabhängige Hure und Escort, Berlin<br />
Mitglied von Hydra e.V.</em></p>
<p><em>P.S.: Falls Ihnen Hydra e.V. nicht bekannt sein sollte, finden Sie hier weitere Informationen: <a href="http://www.hydra-ev.org/">www.hydra-ev.org</a></em></p></blockquote>
<p>&#8212;</p>
<p>UPDATE, 5. Oktober 2010:</p>
<p>Inzwischen habe ich von &#8220;Fun Factory&#8221; eine Antwort bekommen. Hier der Brief der &#8220;Marketing-Managerin&#8221; Ilona Offermann im Wortlaut:</p>
<blockquote><p><em>Hallo Sascha,</p>
<p>vielen Dank für den Offenen Brief an uns.</p>
<p>Als FUN FACTORY engagieren wir uns seit 1996 dafür, das das Thema Sexualität und Sextoys enttabuisiert wird.</p>
<p>1996 gab es auf dem Sextoymarkt ausschließlich Sextoys, die Penisse und Vaginen nachbildeten. Es gab viel mehr qualitativ schlechte Toys, fast ausschließlich aus China, die mit viel &#8220;Haut&#8221; beworben wurden. Sextoys und Sexshops hatten in diesem Zeitraum etwas &#8220;Schmuddeliges&#8221;, Pornografisches und waren nicht auf die Zielgruppe &#8220;Frau&#8221; eingestellt, sondern befriedigten die Bedürfnisse und Fantasien der überwiegend männlichen Kundschaft.</p>
<p>Die FUN FACTORY hat dieser Wahrnehmung einen neuen ästhetischen Trend gegenübergestellt: Wir wollten gesundheitsfreundliche Materialien, bunte Farben und vielfältige Formen, eben Toys für Frauen und Paare, mit denen man einfach Spaß haben kann.<br />
Zu diesem Zeitpunkt ist auch unser Slogan &#8220;love yourself!&#8221; entstanden, der ein positives Verständnis vom Umgang mit der eigenen Sexualität unterstützen soll.</p>
<p>In diesem Zusammenhang haben wir uns schon damals dazu entschlossen, in unserer Werbung und auf den Verpackungen für unsere Toys nicht mit Abbildungen von Körperteilen zu arbeiten. Unsere Texte sollen Spaß auf mehr machen und eine eher fantasievolle Welt eröffnen - in Konsequenz zum oben Gesagten eben &#8220;no porn&#8221;. Toys sollten Teil von Lifestyle sein. Das war und ist noch immer unsere Vision.</p>
<p>Auch die HYDRA setzt sich (bekanntermaßen schon viel länger) dafür ein, dass das Thema Sexualität und Sexarbeit enttabuisiert wird und stellt vielfältige Informations- und Beratungsleistungen für Sexarbeiterinnen zur Verfügung, leistet wichtige Aufklärungsarbeit.</p>
<p>Was ist überhaupt Teil der Sex-/Erotikbranche? Sextoys, Sexarbeiterinnen, Pornofilm-Business, SM, Bondage, Homosexualität, Lack und Leder &#8230;</p>
<p>Sex/Erotik haben unzählige Facetten, die gelebt werden wollen und mit denen Geld verdient wird, weil es eben einen Bedarf dafür gibt. Eine Bewertung dessen steht uns und anderen Menschen nicht zu.</p>
<p>Insgesamt haben wir eine sehr offene Firmenpolitik. Uns ist wichtig, dass jede/r ihre/seine Sexualität so lebt, wie sie/er es will.</p>
<p>In unserem Flagshipstore in Berlin haben wir eine offene Raumgestaltung gewählt, weil wir damit Offenheit signalisieren wollen. Eine Stigmatisierung von Sexualität und/oder Sexarbeit liegt uns fern.</p>
<p>Wir wissen, dass unsere Sextoys von einer vielfältigen Kundschaft gekauft wird - so auch von verantwortungsvollen Sexarbeiterinnen, die Toys aus gesundheitsfreundlichen Materialien nutzen. Dabei hoffen wir, dass die Qualität unserer Toys ihren Preis rechtfertigt und wir zufriedene Kunden haben.</p>
<p>Die persönliche Meinung und die Phantasie eines einzelnen Mitarbeiters und die daraus folgenden &#8220;Gedankengänge&#8221; und Zusammenhänge zum Thema Sexarbeit können wir nicht mittragen. Da haben wohl viele eigene Vorurteile, Unsicherheit oder eine mißverstandene Interpretation von &#8220;no porn&#8221; in die Äußerung der Mitarbeiterin mit hineingespielt - so &#8220;absurd&#8221; sie auch sind, so verletzend sind sie für einen Berufsstand, der bereits seit 3 Jahrzehnten um Anerkennung kämpft.<br />
Ich denke, wir haben hier noch eine Menge Aufklärungsarbeit, auch ggü. unseren MitarbeiterInnen zu leisten und entschuldigen uns für die entstandene Situation.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen aus Bremen</p>
<p>Ilona Offermann<br />
Marketing Manager</em></p></blockquote>
<p>Auch wenn der Brief erstmal viel Eigenwerbung enthält und ein wenig Schmeichelei bezüglich der Arbeit von Hydra, finde ich es erstmal schön zu lesen, dass sich Ilona Offermann für den Vorfall entschuldigt und die Ansichten, bzw. &#8220;»Gedankengänge«&#8221; (amüsant, wie die Dame hier Anführungszeichen gesetzt hat) der Mitarbeiterin als &#8220;persönliche Meinung&#8221; bzw. deren &#8220;Phantasie&#8221; bezeichnet, die das Unternehmen &#8220;nicht mittragen&#8221; könne. Sie distanziert sich auch von einer &#8220;Stigmatisierung von Sexualität und/oder Sexarbeit&#8221;.<br />
Allerdings finde ich den Brief nicht <em>ganz</em> befriedigend, denn um eine eindeutige Aussage zur Firmenpolitik drückt sie sich. Stattdessen wird viel vage herumgeredet: &#8220;In unserem Flagshipstore in Berlin haben wir eine offene Raumgestaltung gewählt, weil wir damit Offenheit signalisieren wollen.&#8221; Frau Offermann schreibt nicht wirklich, ob es mit der gegenwärtigen Fimenpolitik vereinbar ist, dass die Mitarbeiterin die Auslage der Flyer mit der bekannten Begründung abgelehnt hat und ob eine Abgrenzung nicht doch erwünscht ist. Lediglich stigmatisieren wolle man nicht. Das aber zumindest war ja von vornherein klar, dass eine Diskriminierung nicht absichtlich erfolgt. Und dass &#8220;Fun Factory&#8221; SexarbeiterInnen als KundInnen nicht vergraulen will und insofern die Aussagen der Mitarbeiterin bezüglich der &#8220;hochpreisigen Toys&#8221; &#8220;nicht mittragen&#8221; kann, ist ja auch keine Überraschung. Ich habe deshalb nochmal ganz konkret nachgefragt. Es ist ja nicht so einfach, aus Marketing- und PR-Leuten eindeutige Aussagen herauszubekommen.</p>
<p>Über die Firmenpolitik sagt Frau Offermann dagegen sehr eindeutig, dass es eine &#8220;no porn&#8221;-Haltung gibt. Die scheint sich darauf zu beziehen, dass die Firma ihre Toys nicht mit pornographischen Bildern bewerben will, was ich gut finde, weil es sich von der sexistischen Bildpraxis vieler Erotik-Anbieter abgrenzt, sowie von der Werbestrategie &#8220;je mehr nackte Haut, desto besser&#8221;.<br />
Es zeigt aber auch wieder, finde ich, dass in diesem Feld die Abgrenzung von sexistischen, chauvinistischen oder sonstwie kritikwürdigen Praktiken eine schwierige Angelegenheit ist und oft misslingt: Zum Beispiel wird, anstatt den Sexismus und die Frauenfeindlichkeit zu kritisieren, Pornographie pauschal verdammt, obwohl es doch auch feministsche, lesbische, queere Pornos gibt - siehe Alice Schwarzer -, und damit eine lustfeindliche und (im schlechten Sinn) moralisierende Position eingenommen.<br />
Ich möchte jetzt der Firma Fun Factory in diesem Punkt gar nicht erneut irgendeinen einen Vorwurf machen (die Werbestrategie scheint mir gerechtfertigt), aber die Worte &#8220;no porn&#8221; haben mich zumindest nachdenklich gemacht. Ich finde die Frage interessant und gar nicht so einfach zu beantworten, wie man sich von dem abgrenzt, was im Sexgewerbe und allgemein im gesellschaftlichen Umgang mit Sexualität problematisch ist, ohne sexuelle Praktiken unangemessen zu moralisieren und pauschal zu verurteilen.</p>
<p>&#8212;</p>
<p>UPDATE, 7. Oktober 2010:</p>
<p>Tatsächlich habe ich auch auf meine konkrete Nachfrage nochmal eine Antwort bekommen, so dass ich mich jetzt wirklich nicht mehr beschweren will:<br />
Frau Offermann schreibt, es dürften gerne &#8220;Infomaterialien oder Flyer zum Thema Sexarbeit ausgelegt werden.&#8221; - Mit der Einschränkung, dass nur FSK-freie Titelbilder auf den Flyern und Infomateralien zu sehen sein dürfen.</p>
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		<title>Tip: &#8220;Hurenkino&#8221; - Sexworkerfilmfestival in Berlin</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Sep 2010 22:02:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sascha</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Am kommenden Wochenende zeigt die Hurenorgansiation Hydra e.V. im Berliner Eiszeitkino unter dem Titel &#8220;Hurenkino&#8221; Filme, die Sexarbeit zur Abwechslung mal aus der Perspektive von Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern selbst darstellen, und nicht das übliche sensations- und skandalhungrige Medienklischee präsentieren.  Das kleine Festival umfasst am Freitag, 24. und Samstag, 25. September jeweils zwei Film-Slots, mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am kommenden Wochenende zeigt die Hurenorgansiation <a href="http://www.hydra-berlin.de/aktuelles/30_jahre_hydra/">Hydra e.V.</a> im Berliner <a href="http://www.eiszeitkino.de/web/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=694:hurenkino&amp;catid=4&amp;Itemid=24">Eiszeitkino</a> unter dem Titel <strong>&#8220;Hurenkino&#8221;</strong> Filme, die Sexarbeit zur Abwechslung mal aus der Perspektive von Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern selbst darstellen, und nicht das übliche sensations- und skandalhungrige Medienklischee präsentieren. <span id="more-406"></span> Das kleine Festival umfasst am <strong>Freitag, 24. und Samstag, 25. September</strong> jeweils zwei Film-Slots, mit anschließender Diskussion. Neben drei Dokumentarfilmen, die ganz unterschiedliche, nicht durchgehend positive Seiten der Sexarbeit in verschiedenen Ländern zeigen, gibt es am Samstag abend (19.00 Uhr) ein internationales Kurzfilmprogramm mit diversen künstlerischen und politischen Kurzfilmen von SexarbeiterInnen.</p>
<p>In dem indischen Dokumentarfilm &#8220;Tales of the Night Fairies&#8221; (Freitag 17.00 Uhr) erzählen mehrere SexarbeiterInnen davon, wie die Gründung der Sexarbeitergewerkschaft DMSC ihnen ermöglichte, gegenüber Polizei und Gesellschaft ihre Rechte durchzusetzen, und wie ihre eigene Perspektive auf ihre Arbeit sich dadurch verändert hat. In &#8220;Turning a Corner&#8221; (Freitag 19.00 Uhr) stehen die eher negativen Erfahrungen afroamerikanischer ehemaliger Sexarbeiterinnen aus Chicago im Mittelpunkt: Vor allem von Polizei und Justiz mussten sie sich brutale und ungerechte Behandlung gefallen lassen. Auch sie machen die Erfahrung, wie wertvoll und ermutigend Selbstorganisation sein kann. In &#8220;Happy Endings?&#8221; (Samstag 17.00Uhr) schließlich wird die Welt der asiatischen Massagesalon in Rhode Island von verschiedenen Seiten beleuchtet: Politiker, die die Läden verbieten wollen, Betreiberinnen und Sexarbeiterinnen kommen zu Wort. In aden Filmen wird u.a. deutlich, dass das Verbot von käuflichem Sex den betroffenen Sexarbeiterinnen große Probleme bereitet und sie keineswegs vor Gewalt schützt, wie von feministischen Befürwortern eines Verbots manchmal argumentiert wird - im Gegenteil: Polizeigewalt und ungerechte Behandlung durch die Justiz ist ein alltägliches Problem. - Aber genau über diese Zusammenhänge lässt sich ja im Anschluss an die Filme gut diskutieren!</p>
<p>Das Programm klingt spannend und verspricht, neue Perspektiven zu eröffnen - mit Filmen, die man wirklich sonst nicht zu sehen bekommt.</p>
<p>Eine interessante Eröffnung des &#8220;Erotikherbstes&#8221; in Berlin, der mit der Venus-Messe und dem Pornfilmfestivel im Oktober weitergeht&#8230;</p>
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		<title>Außer Spesen, nix gewesen!</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Jun 2010 09:56:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>carmen</dc:creator>
		
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		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Stellt euch vor, euer Chef kommt zu euch und fragt euch, ob ihr auf eine einwöchige Dienstreise fahren wollt. Ihr sollt dort rund um die Uhr arbeiten, 24 Stunden, 7 Tage die Woche. Er würde euch selbstverständlich den Flug, die Unterkunft und die Verpflegung bezahlen. Aber Gehalt bekommt ihr nicht in der Zeit. Sofern ihr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Stellt euch vor, euer Chef kommt zu euch und fragt euch, ob ihr auf eine einwöchige Dienstreise fahren wollt. Ihr sollt dort rund um die Uhr arbeiten, 24 Stunden, 7 Tage die Woche. Er würde euch selbstverständlich den Flug, die Unterkunft und die Verpflegung bezahlen. <strong>Aber Gehalt bekommt ihr nicht in der Zeit.</strong><span id="more-394"></span> Sofern ihr nicht sowieso schon Frondienste für euren Dienstherren verrichtet, weil das Damoklesschwert der Kündigung über eurem Kopfe baumelt, würdet ihr ihm vermutlich (völlig zu Recht) einen Vogel zeigen.</p>
<p>In meiner Branche ist das etwas anders: Da sind solche Anfragen Gang und Gäbe. Wenn man sie als Hure ablehnt, dann muß man sich u.U. als <em>&#8220;geldgeiles Miststück&#8221;</em> bezeichnen lassen. Mir ist das jedenfalls vor wenigen Tagen genau so passiert. Ich rege mich ja über soetwas schon kaum noch auf. Aber ich frage mich natürlich, wie kommt man als Anfragender überhaupt auf so eine irrsinnige Idee? Welche Vorstellungen gehen da mit einem spazieren? Und warum glaubt man sich im Recht, dann auch noch beleidigend werden zu dürfen?</p>
<p>Weil man ein Idiot ist, klar. Aber, nein, das ist mir als Antwort irgendwie zu einfach. Ich denke, das Problem liegt tiefer und hat etwas mit mangelndem Respekt für unsere Arbeit und uns als Menschen zu tun. Scheinbar gehen immer noch viele potentielle Kunden davon aus, dass Erotikbegleitung keine Arbeit ist (das wird aberkannt) und dass Huren generell kein eigenes Leben haben und ergo gar nicht wissen, was sie mit sich beginnen sollen, wenn sie mal ausnahmsweise niemandem gefügig sein können. Im Falle einer Reisebegleitung muß Prostitution folglich Freizeitgestaltung und die Prostituierte folglich froh sein, dass sie endlich mal jemand in den Urlaub mitnimmt. Aber hey&#8230;</p>
<p>Wenn ich mit einem Kunden unterwegs bin, dann kümmere ich mich um dessen leibliches Wohl, und zwar rund um die Uhr. Ich mache mich hübsch für ihn, widme ihm meine ganze Aufmerksamkeit und bin für ihn und seine Wünsche da. Ich bin zudem abhängig von ihm und seinen Urlaubsinteressen. Ich muß mich auf ihn einstellen, der u.U. ein völlig Fremder ist, und ich muß mich bemühen, Konflikte zu vermeiden. Ich kann mich nicht einfach zurücklehnen und die Seele baumeln lassen. Ich befinde mich auf einer Dienstreise und nicht, wie mein Kunde, im Urlaub.</p>
<p>Außerdem stapelt sich bei mir zuhause auf dem Schreibtisch meine eigentliche Arbeit (ich bin ja nur nebenberufliche Hostess), die ich nicht erledigen kann, solange ich weg bin. Dafür muß ich doppelt so hart arbeiten, wenn ich wieder zuhause bin, um das aufzuholen. Ich kann mir zeitlich ggf. keinen Urlaub mit meiner eigenen Familie mehr leisten, weil ich Arbeit aufzuholen habe. Und ich kann mir den Urlaub mit meiner eigenen Familie u.U. auch finanziell gar nicht leisten, weil ich ja für meine eine Woche Begleitarbeit nicht bezahlt wurde. Ich bin für eine Woche getrennt von meiner Familie, die ich natürlich vermisse, und von meinem eigentlichen, eigenen Leben, weil ich zu dessen Freude einen fremden Menschen in seinen Urlaub begleitet und mich darum gekümmert habe, dass er entspannt ist und eine schöne Zeit hat. Und dafür soll ich mich nicht bezahlen lassen?</p>
<p>Solche Anfragen und der damit einhergehende Unmut über Ablehnung sind in meiner Branche keine Seltenheit. In anderen Branchen würde die Gewerkschaft auf die Barrikaden gehen und gegen Ausbeutung und Sklaverei aufbegehren. Als Hure muß man sich hingegen noch beleidigen lassen. So gering wird die eigene Arbeit und wird man als Mensch geschätzt. Das ist ein Armutszeugnis für den Anfragenden und menschenverachtend. Und wer mal für eine Sekunde die Perspektive wechselt, dem wird das auch sofort einleuchten. Huren sind keine Sklavinnen und sie haben, genau wie jeder andere freie Mensch, keinen Grund, unbezahlten Dienst zu leisten. <strong>Soetwas zu verlangen, ist Ausbeutung.</strong> Kapiert das endlich!</p>
<p>(Solange Huren für ihre Dienste bezahlt werden, haben sie sogar das Geld, sich ihren Urlaub selbst zu finanzieren und dann selbst zu bestimmen, wo es hingeht, wann, wie lange und mit wem.)</p>
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		<title>10 erotische Sonette von Friedrich von Schlegel</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Apr 2010 10:22:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>carmen</dc:creator>
		
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		<category><![CDATA[Erotik]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer hätte gedacht, dass die Klassiker so versaut waren? Ihr alle? Klaro, schließlich haben die auch nur mit Wasser gekocht! Als glücklicher Besitzer eines Feigenblatt-Abonnements wurde ich gestern abend auf die erotischen Sonette von Friedrich von Schlegel aufmerksam. Thema des Heftes ist diesmal die Selbstliebe und darum geht es in Schlegels zweitem erotischen Sonett. Aber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer hätte gedacht, dass die Klassiker so versaut waren? Ihr alle? Klaro, schließlich haben die auch nur mit Wasser gekocht! Als glücklicher Besitzer eines <a href="http://www.feigenblatt-magazin.de/2009-06-19_feigenblatt-16-wasser.html">Feigenblatt-Abonnements</a> wurde ich gestern abend auf die erotischen Sonette von Friedrich von Schlegel aufmerksam.<span id="more-385"></span> Thema des Heftes ist diesmal die Selbstliebe und darum geht es in Schlegels zweitem erotischen Sonett. Aber auch die andere neun Poeme sind saftig, von Oralverkehr über Knabenliebe bis hin zu sadistischen Fantasien und Natursekt ist alles dabei. Sprachlich wohl austarierter Schweinkram - da sag noch einer, Lyrik sei langweilig.</p>
<h2>Erstes Sonett</h2>
<p>Um meiner Mannheit Tiefgang auszuloten<br />
Ging ich mit nacktem Glied zu Keuschgesinnten.<br />
Ich glaubte, diese deutlichste der Finten<br />
Sei zwingender als Zahlen oder Zoten.</p>
<p>Ich trat zu Mädchen unversehns von hinten,<br />
Sprach sanft sie an und spielte den Zeloten.<br />
Dann fragt ich plötzlich, wann sie denn den roten<br />
Gewaltherrn hätten, und wie lang sie minnten.</p>
<p>Sie sehn verdrehten Auges auf den Stecken,<br />
Der ihnen doch galant entgegensteht.<br />
Ich hebe sie, darauf zu stülpsen.</p>
<p>Zuerst wohl würgen, schreien sie, und rülpsen,<br />
Dann fließt die Lust, und alles Weh vergeht.<br />
Bis sie zutiefst gekitzelt drauf verrecken.</p>
<h2>Zweites Sonett</h2>
<p>Du meine Hand bist mehr als alle Weiber,<br />
Du bist stets da, wie keine Frau erprobt,<br />
Du hast noch nie in Eifersucht getobt,<br />
Und bist auch nie zu weit, du enger Reiber.</p>
<p>Ovid, mein Lehrer weiland, hat dich recht gelobt,<br />
Denn du verbirgst in dir ja alle Leiber,<br />
Die ich mir wünsche. Kühler Glutvertreiber,<br />
Dir hab ich mich für immer anverlobt.</p>
<p>Ich stehe stolz allein mit dir im Raume<br />
Und streichle meine bläulichrote Glans.<br />
Schon quirlt sich weiß der Saft zum Schaume,</p>
<p>So zieh ich aus Erfahrung die Bilanz:<br />
Die Zweiheit paart sich nur im Wollusttraume,<br />
Sonst paart sich meine Faust mit meinem Schwanz.</p>
<h2>Drittes Sonett</h2>
<p>Der rauhe Ost, der früh nach Rom mich jagte,<br />
Ward dort zum Zephir hyacinthner Lüste.<br />
Und keiner, der nur immer Mädchen küßte,<br />
Rühm seinen Schwanz, daß er im Himmel ragte.</p>
<p>Auch mich erregen noch die herben Brüste<br />
Kampan&#8217;scher Mädchen, doch wie oft verzagte<br />
Mein Meerschaum an dem fremden Golf und klagte,<br />
Daß ohne recht&#8217; Verständnis diese Küste.</p>
<p>Wie anders schmiegte sich der Arsch des Knaben<br />
dem Schwanz in liebend-rundlichem Gehaben;<br />
Kein Weib hat so behende mit der Zunge</p>
<p>Die Eichel mir geleckt wie dieser Junge.<br />
Oh, könnt&#8217; ich doch an deinem Marmorhintern,<br />
Mein Knabe, viele Monde überwintern. . . !</p>
<h2>Viertes Sonett</h2>
<p>Von allen Männern, die dich je bedrohten<br />
Bin ich der geilste: sieh&#8217; mich zitternd an . . . !<br />
Ich zerre deine Brüste Spann für Spann<br />
Und werde sie auf deinem Rücken knoten.</p>
<p>Auch deine Füße knüpfe ich daran,<br />
Und binde deine kleinen weißen Pfoten.<br />
Und wenn den Leib du röchelnd mir geboten<br />
Bewunderst du in mir den starken Mann.</p>
<p>Und wenn du schreist, so schlitz&#8217; ich deinen runden<br />
Und weichen Leib mir auf mit kaltem Streiche.<br />
Dann saugen sich die Lippen deiner Wunden</p>
<p>Um meinen Schwanz, daß ich vor Lust erbleiche.<br />
Jedoch, mein Glück, es reift nicht aus zu Stunden:<br />
Du riechst schon sehr, mein Torsoschatz, nach Leiche.</p>
<h2>Fünftes Sonett</h2>
<p>So liegst du gut. Gleich wird sich&#8217;s prächtig zeigen<br />
Wie klug mein Rat: ich schiebe meinen Dicken<br />
In dein bemoostes Tor – man nennt das Ficken.<br />
Du fragst warum? – Davon laß jetzt mich schweigen.</p>
<p>Schon seh&#8217; ich Schmerz in deinen blanken Blicken,<br />
Das geht vorbei: du mußt zurück dich neigen,<br />
Gleich wird dein Blut dir jubeln wie die Geigen<br />
Von Engeln, welche ihre Brünste schicken</p>
<p>In bebender Musik zum Ohr der Welt.<br />
Famos!. . . Du einst dich mir in bravem Schaukeln.<br />
Die Schenkel schmiegen pressend, es umgaukeln</p>
<p>Mich Düfte, die mich locken in die Unterwelt.<br />
Ein Stoß – ein Schrei! . . . Die weißen Glieder zittern<br />
Im Kampf wie Apfelblüten in Gewittern.</p>
<h2>Sechstes Sonett</h2>
<p>Ich flehe dich um Wunden und um Male<br />
Von deinen Händen, die mich heilig sprechen.<br />
Du sollst das Glied, das du gesaugt, zerbrechen,<br />
Das steif geragt in deine Kathedrale.</p>
<p>Schlürf aus den Quell, der einst in weißen Bächen<br />
In deinen Kelch gespritzt beim Bachanale! . . .<br />
Gieß jetzt die letzte Kraft in deine Schale.<br />
An meinem Blute magst du dich bezechen!. . .</p>
<p>Nimm scharfe Peitschen und geglühte Zwingen.<br />
Schlag&#8217; fester zu und quäle meine Hoden! . . .<br />
Laß&#8217; tiefsten Schmerz das höchste Glück mir bringen.</p>
<p>Mein Stöhnen preist dich brünstiger als meine Oden.<br />
Und wenn die letzten Schreie dich umklingen<br />
Hörst du den Dank vom seligen Rhapsoden.</p>
<h2>Siebentes Sonett</h2>
<p>Der Müllerbursche schiebt hinauf zur Mühle<br />
Auf seinem Karren einen Mühlenstein.<br />
Und in die Öffnung schob er glatt hinein<br />
Sein steifes Glied, und schaffte so sich Kühle.</p>
<p>Die blonde Müll&#8217;rin sieht&#8217;s im Sonnenschein.<br />
Und trotz der unerträglich dumpfen Schwüle<br />
Läuft sie hinab, daß prüfend sie&#8217;s befühle:<br />
Sie faßt und fühlt, es ist von Fleisch und Bein.</p>
<p>«Na hör&#8217;, mein Junge», ruft sie sehr brutal,<br />
«Was soll die Schweinerei mit deinem Schweif? . . !<br />
«Ist das die Prüfung, die ich dir befahl».</p>
<p>«Ob du auch würdig wärest für mein Bett?»<br />
Doch er zeigt nur die Inschrift um den Reif.<br />
Und ach, sie liest gerührt: Elisabeth. . . . !</p>
<h2>Achtes Sonett</h2>
<p>Ich ward erlöst, zum Weltweib umgeschaffen,<br />
Des irren Wanderns letzte höchste Feier.<br />
Ich rag&#8217; ins Dämmerlicht, verhüllt vom Schleier<br />
Der Sterne mit den bleichen Mondagraffen.</p>
<p>Zur Erde send&#8217; ich meinen Himmelsgeier,<br />
Der ruft die letzten geilen Menschenaffen.<br />
Ich werde meine Röcke höher raffen<br />
Und alle grüßen als willkomm&#8217;ne Freier.</p>
<p>Ich höre schon ihr heis&#8217;res Brunstgeschrei.<br />
Die Schwänze zucken und die Zungen lallen.<br />
Begattend dünken sie sich schicksalsfrei.</p>
<p>Doch werden sie in meine Scheide fallen,<br />
Dann will ich sie Kometen gleich mit kurzen<br />
Und hellen Knallen in den Weltraum furzen.</p>
<h2>Neuntes Sonett</h2>
<p>Verschüchtert von des Purpurbett&#8217;s Umschattung<br />
Horcht die Prinzessin in die schwarzen Ecken.<br />
Ihr dünkt ein schalkhaft kichernd&#8217; Necken,<br />
Ein seltsam&#8217; Künden fürstlicher Begattung.</p>
<p>Der Prinz harrt zweifelnd seiner Kraft Erwecken<br />
Und früh vertaner Jugend Rückerstattung.<br />
Wie peinlich würde heute die Ermattung<br />
Die junge Frau aus der Umarmung schrecken.</p>
<p>Er droht des frechen Narren fröstelnd Lachen,<br />
Flucht seiner Jugend mondbeglänzten Nachen<br />
Und glaubt nicht mehr an schwarzer Kräuter Sieden.</p>
<p>Denn selbst die einst so treuen Canthariden,<br />
Sie haben ihren Wirkungspol verrückt<br />
Und reichen nur, daß er den Nachtstuhl schmückt.</p>
<h2>Zehntes Sonett</h2>
<p>Ich höre fern das Plätschern deiner Wasser.<br />
Ich fühl&#8217; mein Herz in meine Hoden sinken.<br />
Es drängt mich wieder, dein Pipi zu trinken,<br />
Weil ich ein ruchlos raffinierter Prasser.</p>
<p>Man lügt, daß deine gelben Quellen stinken.<br />
Mich macht ihr Duft, wenn ich sie trinke, blasser.<br />
Ich möcht, ein Kieselstein, ein ewig nasser,<br />
In deinen Fluten selig schimmernd blinken.</p>
<p>So wirst du mir, Geliebte, ganz zu eigen,<br />
Wie mehr als in des Marterbergs Ersteigen<br />
Im Abendmahle Einer Gott verwandt.</p>
<p>In deiner Krypta ein verschwieg&#8217;ner Brand,<br />
Laß züngeln mich in allen roten Winkeln<br />
Und zischend sterben in topas&#8217;nem Pinkeln.</p>
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		<title>Sex mit dem Umschnalldildo</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 20:49:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sascha</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[de]]></category>

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		<category><![CDATA[Erotik]]></category>

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		<description><![CDATA[Des Öfteren werde ich gefragt, was eigentlich für eine Frau der Reiz daran sei, jemanden mit einem Umschnalldildo zu ficken, schließlich würde man dabei ja nichts fühlen. Natürlich kann ich die Frage nicht allgemeingültig beantworten, ich kann aber erzählen, was mir daran gefällt:
Die Frage kommt ja deswegen auf, weil davon ausgegangen wird, dass es mich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Des Öfteren werde ich gefragt, was eigentlich für eine Frau der Reiz daran sei, jemanden mit einem Umschnalldildo zu ficken, schließlich würde man dabei ja nichts fühlen. Natürlich kann ich die Frage nicht allgemeingültig beantworten, ich kann aber erzählen, was mir daran gefällt:<span id="more-361"></span></p>
<p>Die Frage kommt ja deswegen auf, weil davon ausgegangen wird, dass es mich nicht unmittelbar körperlich stimuliert, wenn ich mit einem künstlichen Schwanz, der mit einem Harness an mir befestigt ist, eine andere Person anal oder vaginal verwöhne.</p>
<p>Das ist zwar nicht ganz falsch: direkte Stimulation meiner <em>sexy parts</em> im engeren Sinne findet dabei tatsächlich nicht statt. Und das ist natürlich auch immer ein gewisser Wermutstropfen dabei: dass es sich eben nicht um einen echten Schwanz handelt und ich mit ihm folgerichtig nicht fühlen kann. Ich kann zwar penetrieren, das Innere der gefickten Person aber nicht spüren. Das ist natürlich schade, aber eben mein biologisches Schicksal. Um zu fühlen, muss ich eben auf meine Finger oder ganzen Hände zurückgreifen - doch zu diesem Thema ein anderes Mal. Auch Doppeldildos wie zum Beispiel der &#8220;Share&#8221; von Funfactory, die nicht mit einem Harness um die Hüften befestigt werden, sondern mit den Vaginalmuskeln gehalten werden, beheben dieses Manko nicht grundsätzlich, da auch hier die Penetration des Partners nur indirekt für mich fühlbar wird.</p>
<p>Aber natürlich fühle ich beim Umschnalldildosex durchaus so einiges: Ich fühle die Bewegung meiner Hüften und Lenden. Ich fühle, wie mein Venushügel an der fremden Haut reibt und dagegen stößt. Ich fühle auch die Durchblutung meiner Beckenbodenmuskulatur, die durch meine Bewegung hervorgerufen wird und die zu meiner Erregung beiträgt. Ich fühle das weiche Leder des Geschirrs, das fest um meine Hüften und Schenkel geschlossen ist. Ich fühle den Widerstand, den die enge Öffnung mir beim Eindringen bietet, die Muskulatur, die sich zusammenzieht oder nachgibt, wenn auch indirekt. Ich spüre die Wärme des anderen Körpers. Und nicht zuletzt natürlich die Erregung des anderen Menschen, dem ich es gerade mit meinem wunderbaren Silikonschwanz besorge. Sehr viele Empfindungen also, die für sich genommen schon ausreichen würden, um zu erklären, dass mir das Ganze ziemlich viel Spaß macht.</p>
<p>Dazu kommt aber noch etwas anderes und das ist das eigentlich Entscheidende am Umschnalldildo: der Wechsel der Geschlechterrollen. Anstatt gefickt zu werden, bin nun ich in der aktiven Rolle. Natürlich muss ich bei Sex, bei dem ich pentriert werde, nicht zwangsläufig passiv sein, ich kann durchaus die Bewegung ausführen oder bestimmen - dennoch fühlt es sich anders an, zu penetrieren und sich als männlichen Part zu imaginieren. Es bringt ein gewisses Machtgefühl mit sich, in den anderen (oder die andere) einzudringen, mit den eigenen Stößen Erregung hervorzurufen und zu kontrollieren. Eben einen Schwanz zu haben. Gerade in Beziehungen zu Männern, mit denen ich sonst penetrativen Sex in der anderen, der &#8220;normalen&#8221; Richtung habe, empfinde ich diesen Wechsel als äußerst erregend: zuzusehen, wie der schöne Umschnallschwanz in meinem Partner verschwindet, meine Lenden dabei zu beobachten, wie sie sich gegen die Rundung des Pos meines Partners pressen - anstatt seinen Schwanz in mir zu sehen. Das ist aufregend und ungewöhnlich.</p>
<p>Auch ist es eine interessante Erfahrung, die Bewegung, die man beim Sex ausführt, einmal aus der anderen Perspektive zu erleben. Denn auch wenn man als penetrierte Person durchaus aktiv sein kann, vollzieht man dabei zweifellos andere Bewegungen. Ficken fühlt sich anders an als Geficktwerden und beansprucht andere Muskelgruppen.</p>
<p>Und abgesehen von all dem finde ich, dass ich mit dem schicken Lederharness und dem schwarzen Silikonschwanz einfach sexy aussehe.</p>
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		<title>Prostitution = Emanzipation</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Feb 2010 11:45:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>carmen</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Dass man als Prostituierte nicht frei und unabhängig sein könne, dass man sich nicht guten Gewissens dafür entscheiden könne - das höre ich nur all zu oft. Ich habe deshalb einen Artikel darüber geschrieben, dass die Entscheidung für die Prostitution auch ein emanzipatorischer Schritt sein kann.

Prostitution als sexuelle Emanzipation der Frau.
Die Befreiung von einem Mythos.
Eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dass man als Prostituierte nicht frei und unabhängig sein könne, dass man sich nicht guten Gewissens dafür entscheiden könne - das höre ich nur all zu oft. Ich habe deshalb einen Artikel darüber geschrieben, dass die Entscheidung für die Prostitution auch ein emanzipatorischer Schritt sein kann.<span id="more-345"></span><br />
</br></br></p>
<h2>Prostitution als sexuelle Emanzipation der Frau.<br />
Die Befreiung von einem Mythos.</h2>
<p>Eine Bekannte monierte neulich, Prostitution sei durch ihre Abhängigkeit vom Gelde der Inbegriff unfreier Sexualität. Ich intervenierte. Erstens seien Prostitutierte nicht allein aufgrund der Existenz eines Geldflusses automatisch auch von diesem Gelde abhängig. Und zweitens bedeute Abhängigkeit vom Gelde nicht automatisch auch ein unfreies Arbeiten. Im anderen Falle wäre jeder Arbeiter in einer vom Geld regierten Welt unfrei. Dies kann man im Sinne einer Kapitalismuskritik freilich so sehen. Doch ist es eine außerordentlich polemische Behauptung, die jeden Menschen, der gerne und selbstbestimmt in seinem Job arbeitet und diesen als Erwerbstätigkeit betreibt, vor den Kopf stoßen muß.</p>
<p>Sicherlich ist es, trotz Legalisierung der Prostitution, nach wie vor so, dass viele, wenn nicht sogar die Mehrheit der Prostituierten sexuelle Dienstleistungen in einem erdrückenden oder sogar unterdrückenden Abhängigkeitsverhältnis anbieten. Ich meine jedoch, dies ist eine überwindbare &#8220;Altlast&#8221; aus Zeiten, in denen das horizontale Gewerbe noch illegal und damit auf die kriminellen Strukturen, die sich in diesem &#8220;Milieu&#8221; und darum herum entwickelten, angewiesen war. Ich glaube nicht, dass Prostitution (Sex gegen Geld) und Kriminalität (Zuhälterei, Zwangsprostitution, Gewalt, Drogensucht, Menschenhandel, etc.) aus sich selbst heraus einen kausalen Zusammenhang haben. Ich glaube das, weil ich selbst ein Beispiel dafür bin, dass beides getrennt voneinander existieren kann.</p>
<p>Ich arbeite seit zwei Jahren unabhängig als Prostituierte. Ich bin neben dem Studium als &#8220;Independent Escort&#8221; tätig. Ich habe mir das ausgesucht, weil es nach einer reiflichen Betrachtung der sich mir in meiner derzeitigen Lebenssituation bietenden Möglichkeiten des Geldverdienens, die angenehmste, unkomplizierteste und passendste war. Ich komme aus gutem Hause, ich bin gebildet und körperlich topfit; es war also keine Entscheidung aus genereller Perspektivenlosigkeit heraus. Mich zu prostituieren und damit mein eigenes Geld zu verdienen, war ein Schritt in die Unabhängigkeit - sowohl in die finanzielle, als auch in die sexuelle. Wie kann das sein?</p>
<p>Alice Schwarzer spricht sich noch heute gegen den Minirock aus. Sie ist der Meinung, dass die Unabhängigkeit der Frau nur durch ihre sexuelle Enthaltsamkeit erreicht werden kann, nämlich indem sie sich ihrer Rolle als gefügiges, vom Manne dominiertes &#8220;Lustobjekt&#8221; rigoros entzieht. Frau Schwarzer unterliegt einem, wenn auch aus ihrer gesellschaftlichen Perspektive nachvollziehbaren und für die feministische Bewegung wohl bahnbrechenden Fehlschluß. Dem Recht der Frau auf eine selbstbestimmte Sexualität ist mit der feministischen Forderung nach ihrer Enthaltsamkeit vor dem Manne keinesfalls Genüge geleistet. Schlimmer noch, durch die Enthaltsamkeit der Frau, bekommt der sexuelle Erfolg des Mannes den Status einer Belohnung, einer Trophäe, einer Prämie, vor der jedes Ausleben weiblicher Sexualität automatisch zu einem &#8220;Wertverlust&#8221; der sich dem Manne hingebenden Frau führt. (Mit je mehr Menschen ich einen Preis teilen muß, desto kleiner wird der Anteil des Preises für jeden Einzelnen, woraus sich dessen Entwertung ableitet.)</p>
<p>Ohne den Einfluß von Geld oder irgendwelcher Dienstverhältnisse bewirkt allein dies eine sexuelle Zwanghaftigkeit im Umgang von Mann und Frau. Ähnlich wie es das poetische Minne-Konzept im Hohen Mittelalter vorsah, wirbt der Ritter in einer Art Liebesdienst um die Gunst der ewig unerreichbaren Dame. Diese muß schon allein deshalb unerreichbar bleiben, damit sie den Grund für ihre Anbetung (nämlich ihre Reinheit, die hohe Wertigkeit ihres Preises) nicht ad absurdum führt. Im Sinne einer feministischen Ermächtigung, mag die Enthaltsamkeit der Frau eine opportunistische Entscheidung sein. Im Sinne einer sexuellen Befreiung und einer Gleichberechtigung der Geschlechter ist sie es nicht. Die sexuelle Enthaltsamkeit der Frau, bzw. ihr zugunsten ihrer gesellschaftlichen Reputation erforderliches, peinliches Abwägen, wem sie ihre Gunst gewährt und wem nicht, führt nicht in die sexuelle Freiheit, sondern in den Geschlechterkampf - den Kampf des Mannes um die Gunst der Frau und den Kampf der Frau, auf der Suche nach einem geeigneten Günstling, der ihre Entwertung auch wert ist. Die Ansprüche an einen potentiellen Partner werden so künstlich aufgebauscht, die Schwierigkeit, einen passenden Partner zu finden, wächst und ebenso wächst die Angst vor einer falschen Entscheidung.</p>
<p>Diese selbstauferlegte Unterdrückung der weiblichen Sexualität und die Zwanghaftigkeit im Umgang damit ist auf lange Sicht eine Sackgasse. Wo der Geschlechterkampf bestimmend ist, kann es keine Befried(ig)ung der Geschlechter geben. Bücher wie Charlotte Roches &#8220;Feuchtgebiete&#8221; oder die Entstehung einer feministischen Porno-Bewegung (&#8221;PorYES&#8221; im Ggs. zu Schwarzers &#8220;PorNO&#8221;) lassen ein zunehmendes Bewußtsein für diese Problematik unter jungen, emanzipierten Frauen erkennen. Doch wie dieser Sackgasse entfliehen? In einer Gesellschaft, in der Frauen, die sich ungewöhnlich freizügig geben, von ihren Geschlehtsgenossinnen noch immer gerne als &#8220;billige Schlampen&#8221; betrachtet werden und in der Männer sich mit ihren sexuellen Erfolgen vor ihren Geschlechtsgenossen brüsten (könn[t]en), wird es keiner emanzipierten Frau leicht gemacht, sich FÜR das Niederlegen der &#8220;weiblichen Waffen&#8221; zu entscheiden. Dass damit ein Machtverlust einher ginge, lernt Frau meist schon während der Pubertät. Wenn die Brüste zu wachsen beginnen und die junge Dame merkt, wie leicht sie in einer von Männern dominierten Welt allein mit einem gewagten Ausschnitt ihre wie auch immer gearteten Ziele erreichen kann, dann ist das ein, in der Figur der Wildeschen &#8220;Salomé&#8221; gekonnt symbolisiertes, absolut prägendes Erweckungserlebnis für die Frau.</p>
<p>Ich selbst hatte lange Zeit weder sexuelle Kontakte, noch Liebesbeziehungen zu Männern, weil es mir zu einfach war, sie zu beeindrucken, und ich mir in dieser Rolle zu austauschbar vorkam. Ich verliebte mich, ohne sexuellen Kontakt, eher in Freundinnen und hegte deshalb sogar den Verdacht, ich sei lesbisch. Doch meine Ausflüge in diese Szene waren allesamt enttäuschend. Nicht dass es mir nicht von Zeit zu Zeit gefallen hätte, meine weiblichen Waffen gegenüber männlichen Mitmenschen in vollem Maße auszunutzen, aber geliebt werden, wollte ich dennoch um meiner Selbst Willen und nicht weil ich zwei Titten und eine Muschi habe. Erst als ich jemanden fand, der mir das Gefühl gab, mich meiner individuellen Qualitäten als Mensch wegen zu begehren, unabhängig von geschlechtlichen Konventionen, konnte ich mich überhaupt meiner sexuellen Emanzipation widmen. Denn ich war auf einmal unabhängig von dem Anspruch geworden, einen geeigneten Lebenspartner zu finden und konnte mich auf einmal mit der Suche nach geeigneten Sexualpartnern befassen.</p>
<p>Zu dieser Emanzipation gehörte in erster Linie, eine Attitüde PRO Sexualität zu entwickeln - und zwar ein PRO, das unabhängig von romantischen Forderungen nach (wahrer) Liebe oder sonstiger emotionaler Bindung für sich Bestand hat. Es war mir wichtig, meine Lust als Lust zu akzeptieren, in all ihrer animalischen Bedeutung und ohne ihre züchtigende, zivilisierende, ja, grenzenlos überhöhte Einbindung in fragliche Liebes- und Beziehungskonzepte. Ich wollte mich meiner Lust nicht nur in Form von freiwilliger Enthaltsamkeit, sondern auch in Form freiwilligen Auslebens bemächtigen. Die Erkenntnis, mich nicht nur selbstbestimmt gegen meine Sexualität entscheiden zu können, sondern zu akzeptieren, dass ich mich auch jederzeit selbstbestimmt, unverschämt und unabhängig von meinen Ansprüchen an eine Lebenspartnerschaft FÜR meine Sexualität entscheiden könnte, das war ein emanzipatorischer Befreiungsschlag.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund, erscheint es nicht mehr verwunderlich, dass Sex mit einem fremden Menschen das Potential hat, ebenso gut oder schlecht zu sein, wie Sex mit einem geliebten Menschen. Und es erscheint nicht mehr verwunderlich, dass die Entscheidung für Sex unabhängig von der Frage getroffen werden kann, ob man den Geschlechtspartner liebt oder nicht liebt. Die Möglichkeiten der selbstbestimmten Ausgestaltung zwischenmenschlicher Beziehungen gewinnen durch eine solche Erkenntnis für die Frau theoretisch an Facettenreichtum. In der Praxis, ist dies aber vor allem deshalb schwierig umzusetzen, weil zu einer gelungenen zwischenmenschlichen Beziehung jedweden Charakters immer mindestens zwei Menschen gehören. Wo ich mit meiner freien Entscheidung gegen die Konvention (Sex aus Liebe/heterosexuelle Monogamie) leben möchte, kann ich nicht davon ausgehen, dass mein Wahlpartner dieselben Überlegungen, dieselben Bedürfnisse, dieselben Erwartungen und dieselben Ansprüche an unsere Beziehung hat, wie ich. Ich muß das individuell mit jedem einzelnen Partner (und ggf. Partner-Partner) verhandeln und das ist anstrengend und zeitaufwendig und führt u.U. zu unvorhergesehenen, emotionalen Belastungen.</p>
<p>Für einen geliebten Menschen (oder einen, den man gerne lieben oder freundschaftlich an sich binden möchte), geht man dieses Risiko sicherlich eher ein und bringt dieses Aufwandsopfer vorbehaltlos. Wo ich als Frau jedoch einfach Sex mit einem für meine sexuelle Befriedigung (und nichts weiter) geeigneten Partner haben möchte, überwiegen, ganz ökonomisch gesprochen, die Kosten für ein solches Arrangement oftmals den Nutzen. Ich kann auch nicht wortlos umhergehen, allen Männern, die mir als Bettfreunde halbwegs gefallen, haltlos den Kopf verdrehen und sie dann fallen lassen, sobald meine sexuellen Bedürfnisse an ihnen befriedigt sind. Dies ist ein Verhalten, das die Frau lange dem Mann zum Vorwurf gemacht hat und das ich aus moralischen Gründen nicht wiederholen möchte. Es wäre rücksichtslos, ignorant und unfair meinen Mitmenschen gegenüber.</p>
<p>Deshalb muß ich, wenn es außerhalb meiner Liebes- und Freundschaftsbeziehungen um meine sexuelle Befriedigung geht, bzw. ich den Aufwand, individuell zu verhandeln, nicht leisten möchte, weil ich unverbindlichen Sex suche, einen Kompromiß finden. Das Angebot einer sexuellen Dienstleistung kann (muß aber nicht) ein solcher Kompromiß sein. Ich sage, wenn du grundlegend gebildet und sympathisch bist, mich mit Respekt und nicht wie Dreck behandelst, dann können wir gerne, zu unser beider sexueller Befriedigung miteinander schlafen. Damit du hinterher, wenn wir miteinander geschlafen haben, nicht das Gefühl bekommst, dass dir aus unserer Bettfreundschaft irgendein weitergehender Anspruch auf mich oder eine Forderung von mir, d.h. eine emotionale Bindung, erwächst, lasse ich mich für die Zeit, die ich mit dir verbringe, bezahlen. Wenn dies ohne Vorspielung falscher Tatsachen zustande kommt, dann ist es ein fairer Deal zwischen zwei gleichberechtigten Menschen. Diese können sich frei für oder gegen das Angebot entscheiden. Es gibt weder Kampf, noch Zwang, denn der Sex in einem Dienstleistungsverhältnis ist keine Trophäe.</p>
<p>Der Sex in einem Dienstleistungsverhältnis kann (muß aber nicht) eine Möglichkeit sein, sich frei von Geschlechter- und Beziehungs-Konventionen der sexuellen Exploration zu widmen. Er kann helfen, die eigene Lust auch als solche frei auszuleben, ohne dabei größere (emotionale) Risiken einzugehen. Sex mit einem unbekannten Menschen kann schon allein aufgrund der Fremdheit des Gegenübers aufregend und prickelnd sein und solange die Prostituierte keinem Zuhälter oder sonstig Zwang ausübenden Arbeitgeber, sondern allein sich selbst verpflichtet ist, kann sie frei entscheiden, auf welchen Kunden sie sich einlassen möchte und auf welchen nicht. Je weniger ein Mensch aus existentieller Not oder aber aus Gier von dem Geld abhängig ist, das er mit seiner Arbeit verdient, je mehr er sich aus Spaß an der Sache in seinem Job profiliert, desto freier ist er - auch dann, wenn er mit der Sache, die ihm Freude bereitet, seinen Lebensunterhalt (oder sein Zubrot) verdient. Das entwertet seine Freude nicht und es bedeutet auch nicht, dass er alles tun müßte, wofür ihm jemand Geld anbietet, auch dann, wenn er sich unwohl fühlt. Wer frei un unabhängig ist, kann &#8220;nein&#8221; und &#8220;ja&#8221; sagen. Das gilt für die Prostitution ebenso wie für alle anderen Erwerbstätigkeiten auch. Deshalb sind Forderungen nach einem Mindestlohn oder einem Grundeinkommen unterstützenswert, weil sie den Bürger vom Zwang, Geld verdienen zu müssen, befreien.</p>
<p>Es ist in Anbetracht der Genderdebatte schade, dass im Bereich der Prostitution nach wie vor überwiegend Frauen die Anbieterinnen und Männer die Kunden sind. Ich könnte es mir andersherum durchaus vorstellen, aber das funktioniert derzeit leider noch nicht. Es ist auch schade, dass es nach wie vor solcher Hilfskonstruktionen bedarf, um Sexualität von überhöhten Beziehungsmythen zu befreien, bzw. dass sie nach wie vor opportun oder ökonomisch erscheinen. Aber die Zeit, in der alle Frauen und Männer auch privat zwangloser miteinander umgehen können, kommt vielleicht noch. Ich bin der festen Überzeugung, dass die Kriminalität, die im Rahmen von Prostitution stattfindet, zurückgedrängt wird, wenn wir an der Legalisierung der Prostitution festhalten. Wenn wir uns darüber hinaus auch für deren Übergang in eine gesellschaftliche Legitimation (Legitimität?) einsetzen, könnte dies auch helfen, den Prozess einer geschlechter-unabhängigen sexuellen Befreiung voranzutreiben. In jedem Falle plädiere ich für einen sachlichen, fairen und vorurteilsfreien Umgang mit Prostitution, ohne eine Abwertung der Anbieterinnen, der Kunden oder des Angebots als solchem. Befreit man sie von ihrer generellen gesellschaftlichen Ächtung, kann Prostitution auch als Entscheidung FÜR eine freie und selbstbestimmte weibliche Sexualität betrachtet und entsprechend respektiert werden.</p>
<p>Der uneingeschränkte und undifferenzierte Mythos von der Hure als Opfer (unfrei, zwanghaft, fremdbestimmt) hat keinen Bestand mehr, wo wir der Frau nicht nur das Recht, sondern auch ihre Fähigkeit auf eine selbstbestimmte Sexualität zugestehen. Der Mythos von der Hure als Opfer ist überwindbar, denn die Entscheidung FÜR die Prostitution kann durchaus auch Ausdruck der sexuellen Emanzipation der Frau sein. Dies gebe ich zu bedenken.</p>
<p><i>Carmen Amicitiae<br />
Berlin, 15.02.2010</i></p>
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